Die 10 größten Fasten-Mythen
Mit freundlicher Genehmigung Martin Berkhans von leangains.com veröffentlichen wir seinen Artikel „Top Ten Fasting Myths Debunked“ auf deutsch und etwas anders gegliedert.
Nicht umsonst löste dieser Artikel Begeisterung bei den englischsprachigen Fitnessanhängern aus. Es werden die 10 größten Diätlügen beleuchtet, welchen man in der Welt zwischen Diätassistent und Fitnesstrainer immer wieder begegnet. Bei einem Blick auf die Studienlage entpuppen sie sich allerdings als heiße Luft.
Los gehts!
- Fasten Mythos #1: “Häufiges Essen beschleunigt den Stoffwechsel”
- Fasten Mythos #2: “Kleinere, häufigere Mahlzeiten = weniger Appetit”
- Fasten Mythos #3: “Viele kleine Mahlzeiten halten den Blutzucker stabil”
- Fasten Mythos #4: “Fasten schaltet den Stoffwechsel auf Sparflamme”
- Fasten Mythos #5: “Esse Eiweiß alle 2-3 Stunden” // “Der Körper kann nur 30g Eiweiß pro Mahlzeit aufnehmen.”
- Fasten Mythos #6: “Fasten verursacht Verlust von Muskelmasse”
- Fasten Mythos #7: “Nicht zu frühstücken ist schlecht und macht dick!”
- Fasten Mythos #8: “Fasten erhöht den Cortisolspiegel”
- Fasten Mythos #9: “Training mit leeren Magen ist schlecht, man verliert Muskeln und hat keine Kraft.”
- Fasten Mythos #10: “Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler”
WARUM existieren diese Irrtümer?
1. Wiederholung.
Man wiederhole etwas lange genug und es wird als Wahrheit akzeptiert. Wenn jeder das Gleiche sagt, muss es stimmen. Kein Grund, das selbst kritisch zu überprüfen. Bodybuilder und Fitness – Berühmtheiten propagieren diese Mythen weiter, was die Sache nicht besser macht. Wenn diese Personen das so machen, muss es gut sein, schlussfolgern die meisten Leute daraus.
Unglücklicherweise sind Berühmtheiten der Bodybuilding- und Fitnesswelt wohl die letzten Menschen auf der Erde, die man nach objektiven und akkuraten Ratschlägen im Ernährungsbereich fragen sollte.
2. Kommerzielle Interessen.
Die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie zum Beispiel profitiert stark davon, dass häufige Mahlzeiten einen „schnelleren Stoffwechsel“ versprechen. Kaum jemand hat Zeit, 6-mal täglich zu essen. Stattdessen verwendet man als Mahlzeitenersatz Pulver, Shakes und Proteinriegel.
Die Getreideindustrie profitiert vom Predigen der Vorzüge des Frühstücks für Gewichtskontrolle, Gesundheit und Fettverlust. Es liegt kein wirtschaftlicher Anreiz darin, den Leuten zu erzählen, dass sie mit drei Mahlzeiten gut auskämen.
3. Wenige kennen sich wirklich aus
…oder haben das Interesse, das benötigt wird, um die wissenschaftlichen Nachweise zu interpretieren und zu stichhaltigen Schlussfolgerungen zu gelangen. Um dies zu tun, benötigt man einen akademischen Hintergrund, der kritische Untersuchung von Studien und ihrer Methodik als Teil des Lernprozesses beinhaltet. Nach meiner Erfahrung weist ein akademischer Hintergrund oder eine extensive Ausbildung in Ernährungswissenschaften oder Physiologie eine sehr schlechte Korrelation mit Ehrlichkeit und Objektivität im Feld der Ernährungslehre auf.
Die Ratschläge und Behauptungen, die ich von vielen Ernährungsberatern vernommen habe, waren so unglaublich falsch, dass ich wenig davon halte, was sie ansonsten von sich geben. Das Gleiche gilt für viele „Diätgurus“ und so genannte Gesundheitsexperten mit einer soliden Liste an akademischen Titeln. Dass diejenigen Personen, die es gerade besser wissen sollten, immer noch die gleichen Mythen wiederholen, ist mir ein Rätsel. Vielleicht haben sie das Interesse verloren, auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu bleiben. Was wir heutzutage wissen, geht ein wenig über das Wissen von vor 20 Jahren hinaus. Oder vielleicht befürchten sie, dass ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt werden könnte, wenn sie die Ratschläge, die sie schon seit Jahren propagieren, abänderten. Ich bin mir dessen nicht sicher und denke des Öfteren darüber nach. Aber ich schweife ab. Zurück zum Thema.
Die 10 größten Fasten-Mythen aufgedeckt Die Ernährungsratschläge in den Mainstream Medien und den meisten Foren lassen einen glauben, dass Fasten etwas sehr Gefährliches ist. Neben dem Ruinieren des Stoffwechsels sollte man unbändigen Hunger, Fettzunahme, Muskelverlust und schwere geistige Beeinträchtigung erwarten. Zumindest wird das so behauptet.
Unnötig zu sagen, dass Leute, die auf Leangains und auf das Konzept des intermittierenden Fastens stoßen, viele Ängste haben, die dafür sorgen, dass sie sich das Ausprobieren zweimal überlegen. Ängste, die auf jahrelanger Indoktrination mit falschen Ideen und Lügen basieren. Wir haben das alle einmal durchgemacht. Ich habe die 10 häufigsten Fasten- und Ernährungs-Mythen hier aufgelistet, die vielen Menschen intermittierendes Fasten suspekt macht.
Ich erkläre, warum sie falsch sind und verlinke zu Literaturhinweisen und anderen Ressourcen für diejenigen, die gerne eine detaillierteren Überblick über die angesprochenen Themen bekommen möchten. Zudem habe ich auch ihre Ursprünge gelistet, bzw. was ich für diese halte. Desöfteren habe ich mich mit jeder dieser Mythen auf meiner Seite auseinandergesetzt, aber es wäre gut, das alles an einer Stelle zusammenzufassen. Die Artikelserie ist lang, aber mehr als wert, gelesen zu werden.
10 Lektionen zu Training & Ernährung
Wissenschaftlich fundiert. Kein Bro-Science.
Das bekommst du:
- 1 Wo stehst du JETZT? (Körperfettanteil, Kraftwerte)
- 2 Abnehmen, Muskelaufbau, beides? Was ist dein wahres Ziel?
- 3 Dein individueller Weg zu mehr Muskeln & weniger Fett
- 4 BASICS zu Abnehmen, Muskelaufbau und Gesundheit
- 5 Wie trainieren? Wie ernähren? (+ Empfehlungen)
- 6 Was die Erfolgreichen richtig machen
- 7 Welche Supplemente bringen etwas? Welche nicht?
- 8 Die Macht deiner Umwelt
- 9 Pläne: eine mächtige Waffe
- 10 Anfangen ohne Analysis-Paralysis
"Inhaltlich fand ich den Kurs richtig klasse. Kein dummes Rumgesülze, keine versteckten Werbebotschaften, sondern klare + verwertbare Informationen."
— Ralph
Vielen Dank für Ihre guten Gedankenanstöße zum Abnehmen. Ohne es selbst wirklich zu wollen fällt es sehr schwer abzunehmen. Also bei uns war es so, dass wir zuerst selbst davon überzeugt sein mussten, es wirklich ernst zu meinen mit dem Abnehmen. Zu verlockend sind die täglichen Leckereien aus dem Supermarkt, vom Bäcker oder sonst wo.
Das größte Problem beim Abnehmen ist: Sich nicht ablenken lassen von dem Entschluss. Wer sich mit Essen selbst gern belohnt, hat es besonders schwer. Bei uns war das so. Wir mussten uns einen Ersatz für das gute Essen überlegen, das unser Belohnungszentrum im Gehirn stattdessen aktivierte.
In unserem Fall war es Sport. Wir nutzten jede Gelegenheit, um etwas für unseren Body und unsere Gesundheit zu tun. Wir gingen abends hinaus zum Walken, am Wochenende auf die Berge und wenn schlechtes Wetter war, machten wir zuhause Gymnastik.
Aber das alles bewirkte noch nicht das Abnehmen bei uns. Am Wichtigsten war die Ernährungsumstellung und zwar so, dass wir sie auch durchhalten konnten. Dazu gehörte es, dass das Essen auch weiterhin gut schmecken sollte. Irgendetwas essen wollten wir nicht. Da wir Genussmenschen sind, sollte die Ernährungsumstellung unseren Geschmack treffen.
Eines war klar: Wir verzichteten von nun an auf Alkohol, Zucker und Fertiggerichte. Es sollten nur noch frische, selbst zubereitete Lebensmittel auf den Tisch. Und für den kleinen Hunger zwischendurch gab es bei uns Studentenfutter, Joghurt oder Obst.
Natürlich achteten wir auch darauf, bewusst zu essen und nicht nebenbei schnell etwas in uns hineinzustopfen. Das war manchmal schwierig, weil unser Alltag – wie bei vielen anderen Menschen – sehr stressig ist. Wir schafften es langsam, über Wochen, 4 Kilo abzunehmen. Noch heute achten wir auf eine gesunde und natürlich Ernährung. Es gibt gesündere Phasen und ungesündere. Bis heute ist das so.
Hallo!
Stimmt es, dass schnelles Abnehmen dazu führt, dass mehr lose Haut übrig bleibt? Ist lose Haut bei größeren Gewichtsverlusten überhaupt vermeidbar?
LG
Lose Haut hat erst mal nichts mit der Abnehm-Geschwindigeit zu tun. Dafür ist selbst „schnelles Abnehmen“ immer noch zu langsam.
Bei großen Gewichtsverlusten gibt es verschiedene Szenarien. Manchmal bildet sich dich Haut über viele Monate zurück. Manchmal hilft nur ein operativer Eingriff. Ist alles sehr individuell -> Alter, Genetik usw.
Tausend Dank für die Antwort, lieber Johannes. Im Internet habe ich nämlich immer wieder von besagter Behauptung gelesen. Eine Behauptung, die ich für mich wieder einmal als „pseudowissenschaftlichen Klatsch der übelsten Sorte“ verbuche. :-)
LG
Guter Artikel, Danke
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