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Rudern – Richtige Technik und Übungsausführung

Johannes Steinhart Johannes Steinhart, M.Sc. · Aktualisiert: 10. Dez. 2025 · 59 Kommentare

Rudern ist eine der besten Übungen, um deinen Rücken zu trainieren. Du trainierst damit sowohl die „Rückenbreite“ (vor allem Latissimus) als auch die „Rückentiefe“ (mittlerer Rücken). Auch die hintere Schulter und der Bizeps sind involviert.

Rudern ist eine horizontale Zugbewegung, durch die du viele Gegenspieler (Antagonisten) der beim Bankdrücken (horizontaler Druck) beanspruchten Muskeln belastest.

1. Welche Ruder-Übung genau wählen?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Übungen, mit denen du Rudern kannst:

  • Freies Rudern
  • Brustgestütztes Rudern: T-Bar Rudern oder Bankziehen
  • Rudern am Kabelzug

Jede dieser Varianten hat Vor- und Nachteile.

1. Freies Rudern mit der Langhantel

Einer der wichtigsten Unterschiede ist, dass bei freiem Rudern dein unterer Rücken und die hinteren Oberschenkel stark involviert sind. Das kann nach schweren Kniebeugen oder Kreuzheben durchaus zum Problem werden. Sind diese Muskeln vorermüdet, wirst du sehr leicht „abfälschen“. Auch ohne Vorermüdung besteht die Gefahr den Rücken durch „Schwung holen“ nicht sauber zu treffen.

Daher ist brustgestütztes Rudern oder Kabelrudern meist besser geeignet, um deinen Rücken zu trainieren.

2. Brustgestütztes Rudern

Bei den brustgestütztem Rudern, gibt es keine Bewegung mehr in deiner Hüfte, weshalb die komplette Kraft wirklich aus deinem Rücken kommen muss.

Diese Variante des Ruderns kannst du gut an einer Maschine ausführen:

Ebenfalls eine ist brustgestütztes T-Bar Rudern eine gute Variante:

3. Rudern am Kabelzug

Rudern am Kabelzug (im Parallelgriff)

Bei allen Rudernvarianten kannst du zusätzlich noch mit der Griffart und der „Line of Pull“ beeinflussen, welche Rückenmuskeln am meisten getroffen werden.

2. Griffweite

Die Griffweite und Ellbogenposition bestimmt, wie stark du einzelne Muskelpartien deines Rückens belastest

Breiter Griff (breiter als schulterbreit)

  • Starke Belastung von mittlerem Rücken und hinterer Schulter.
  • Ellbogen gehen weg vom Körper, nach außen
  • Lats werden stark herausgenommen
  • Hoher Berührungspunkt: Ca. Sternum / untere Brust

Enger Griff (enger als schulterbreit)

  • Stärkere Latissimus und Bizeps-Belastung.
  • Schulterbreite Griffweite / Unterarme senkrecht zur Stange
  • Tiefer Berührungspunkt, eher Richtung Bauchnabel
  • Am meisten Bizeps von allen Varianten

Mittlerer Griff (schulterbreit)

  • Gleichmäßige Belastung von Lats, Bizeps und mittlerem Rücken. Kein spezieler Fokus.
  • Berührungspunkt: zwischen mittig zwischen Sternum und Bauchnabel.
  • Griff: überhand oder neutral
  • Vorderarme: zeigen nach außen zu Beginn der Bewegung. Senkrecht zur Stange am Ende der Bewgung.

Welche Rudervarianten empfehlen wir?

Breites Rudern im Obergriff am Kabelzug und brustgestütztes Rudern (T-Bar Rudern oder Bankziehen) sind die Rudervarianten, die wir (der Mehrheit der Trainierenden) empfehlen.

Mit dieser Variante sprichst du viel besser den stark vernachlässigten „mittleren Rücken“ an. Diese Muskeln werden ansonsten kaum dynamisch trainiert.

Bei anderen Varianten, wie dem engen Rudern zum Bauch, trainierst du viel stärker deinen Latissimus sowie deinen Bizeps. Außerdem wirst du bei den empfohlenen Rudervarianten nicht so leicht das Gewicht reißen.

Was wir NICHT empfehlen: Freies (vorübergebeugtes) Rudern (oder „Pendlay Rows“):

Freies Langhantelrudern ist an sich eine gute Übung. Aber viele Trainierende holen gerne Schwung aus den Beinen und dem unteren Rücken. Sie reißen das Gewicht mit schlechter Technik hoch. Oder der untere Rücken ist bereits durch Kniebeugen und Kreuzheben zu stark ermüdet.

Freies Rudern führt zu oft (sofern unbeaufsichtigt) zu einer schlechten Übungsausführung, einem weniger effektiven Trainingsreiz und einem höheren Verletzungsrisiko! Sofern du immer einen wunderbar kompetenten Trainer neben dir hast (die sind extrem selten) oder ehrlich und motiviert genug bist, sehr stark auf deine Übungsausführung zu achten (filmen, reflektieren und verbessern), kannst du natürlich auch gerne frei mit der Langhantel rudern.

Ausführung (Kabelrudern):

  • Setz dich an den Kabelzug und greife mit einem Obergriff (proniert) die Stange breit.
  • Wie breit? So weit, dass in der Endposition deine Unterarme rechtwinklig zu deinem Oberkörper stehen.
  • Zugphase: Explosiv ziehen. Auf das Sternum d. h. direkt unter die Brust.
  • Schulterblätter nach unten (Depression) und zusammen (Retraktion) ziehen
  • Bei voller Kontraktion der Rückenmuskeln 1s auf der Brust halten.
  • Gewicht kontrolliert wieder zurück in Startposition bewegen. Dabei die Brust rausgedrückt halten.

Brustgestützes Rudern wird praktisch genau gleich ausgeführt.

Eine Variante vom Rudern am Kabelzug: schräges Rudern am Kabelzug

Bei dieser Variante ziehst du von schräg oben nach unten. Dadurch sprichst du viel stärker die untere, mittlere Rückenmuskulatur an. Insbesondere der untere Trapezius wird dadurch stark trainiert: sehr wichtig, um die Schulterblätter wieder „zusammen“ und „nach unten“ zu bekommen.

Ausführung T-Bar Rudern

Welche Muskeln werden beim Rudern trainiert?

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Externe Links:

Weitere Bilder zu anderen Ausführungen findet ihr vorerst hier: Cable Row Technique.

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Johannes Steinhart

Autor

Johannes Steinhart

M.Sc. Biomedizin · DFLV Fitnesstrainer

Seine Mission: Abnehmen, Muskelaufbau und Gesundheit verständlich und praxisnah vermitteln – ohne Bullshit und Mythen. Johannes ist Gründer von science-fitness.de und erreicht jährlich über 2+ Mio. Leser.

Mehr über Johannes erfahren →
Simon

Mein Kommentar bzgl. AMRAP vs 2 RIR bezieht sich auf den Trainingsplan xplode #HOME

Simon

Hallo,

was ist denn der Grund, warum Klimmzüge als einzige Übung AMRAP sind und nicht 2 RIR wie der Rest?

Jacky

Hallo! Danke für den Artikel. Habt ihr vielleicht noch einen Tipp für eine Latzug-Alternative für Zuhause (Lockdown und so). Die Türrahmen in unserer Wohnung sind leider alt und schwach, sodass ich ihnen weder Klimmzugstange noch einen Türanker für Widerstandsbänder zumuten will. Was gibt es für Alternativen? Bisher führe ich ungefähr sowas aus https://www.youtube.com/watch?v=tY7sk8ZH6_g (allerdings mit einfachem Band, dass ich entsprechend meiner Griffweite greife statt mit einem Loop). So richtig zufrieden bin ich damit nicht. Vielleicht gibt es noch eine andere Möglichkeit?
Vielen Dank!

Johann

Ab wann kann ich denn etwa zusätzliches Gewicht anhängen?, ich schaffe 3×7 Wiederholungen…

Dr. med. Dominik Dotzauer

Jetzt.

Sebastian

Du arbeitest auf 110% deines Körpergewichts beim Latzug (auf Wiederholungen) hin.

Verstehe ich nicht

Dr. med. Dominik Dotzauer

Wenn du 60 kg wiegst arbeitest du auf mehrere Wiederholungen mit 66kg (effektives Gewicht) am Latzug hin.

Sebastian

Also ich wiege 80 KG also muss ich mich auf 88 KG hinarbeiten. Was meinst du mit effektivem Gewicht? Hab schon einmal gehört dass am Kabelzug des Gewicht nicht unbedingt das ist welches draufsteht, meinst du sowas? :)

Dr. med. Dominik Dotzauer

Ja.

toto

Hier werden die Klimmzüge sehr gut erklärt:

http://youtu.be/aH8AWKQHOGg

David

Guten Tag,

hab eine Frage zu der Brust muss man die Brust nicht rausdrücken ?

Dr. med. Dominik Dotzauer

Doch.

Gordon

Eine Frage zu den Beinen,

mir ist aufgefallen, dass ich mich deutlich leichter hochziehen kann wenn ich praktisch mit den Beinen Schwung hole, mich also etwas „stoße“. Dies sollte man vermeiden oder? Die Beine sollten möglichst vertikal bleiben und nicht bewegt werden?

Dr. med. Dominik Dotzauer

Wie in den Videos hinten anwinkeln.

Andy

Hi
Ich übe Klimmzüge etwa schulterbreit im Untergriff. Obwohl der Fitnesstrainer immer wieder behauptet, das ich breiter und im Obergriff greifen müsse.

Ich bleibe erstmal bei der v. Euch empfohlenen Variante umzu schaun wohin das führt:)

Eine Frage zur Daumenhaltung:

* Daumen umlegen? oder weglassen( Affengriff?)

Bin mir unsicher

chris

ja, diesen thread im forum durchlesen.

der etwas längere post von „chris“ https://fitness-experts.de/forum/index.php?/topic/133-latzug-und-kreuzheben/#entry1749 stellt dabei exakt meine meinung dar.

weil ich ihn verfasst habe ;) .

Christiane

Klimmzüge sind die einzige Grundübung die ich gerne noch erlenen würde. Wie komme ich dahin? Hänge an der Stange wie nasser Sack *lach*….naja, jedenfalls so ähnlich :-) Ihr wisst was ich meine. Könnt Ihr mir n Tip geben, wie ich darauf hintrainieren kann?

Kevin

Moin, ich wollte mal fragen wo eigentlich der Vorteil von Klimmzügen gegenüber dem Latzug ist? Könn ihr evtl. schon ein ungefähres Datum nennen wann der Artikel zum erlernen von Klimmis kommt?

LG

Dr. med. Dominik Dotzauer

Wenn du darauf hintrainierst dich irgendwo hochzuziehen, würde ich Klimmzüge empfehlen. Wenn du Muskelwachstum und generelle Kraftentwicklung zum Ziel hast, kannst du auch nur am Latzug trainieren.

Leider nicht, noch vieles anderes zu tun. Du kannst deine Situation aber im Forum beschreiben und wir helfen dir da. PM uns dann.

Kevin

Alles klar, danke. Kennt ihr evtl noch ein gutes Video, dass die „aktive Schulter“ veranschaulicht? Bin mir nicht hundert prozentig sicher ob ichs richtig mache und auf Youtube seh ich da keine guten.

chris

alles bestens, danke!

chris

der absatz braucht noch überarbeitung: „Ähnlich häufig sieht man den Fehler den Oberkörper in der Bewegung einzukrümmen. Oben beugt man sich weit nach hinten (Lumbarextension), während man sich unten nach vorne krümmt (Lumbarflexion). “

also entweder flexion oder extension des unteren rückens. „einkrümmen“ ist auch eine herrlich uneindeutige formulierung, die bei vielen zu missverständnissen führt. ich plädiere immer dafür, dass jeder kraftsportinteressierte sich einmal in seinem leben fünf minuten zeit nimmt, um sich flexion und extension, kyphose und lordose in den verschiedenen wirbelsäulenabschnitten zu veranschaulichen. sollten eure leser schaffen.

wenn ihr extension in der bws und leichte flexion in der lws meint, finde ich das übrigens gar nicht so schlimm, weil das a) der häufigsten fehlhaltung (zu starke bws-kyphose + lws-lordose aka „hohlrundrücken“) entgegengesetzt ist und b) verhindert, dass die oberarme 90° vom rumpf abgespreizt sind, was bei manchen zu schulterproblemen führen kann. siehe – natürlich in stärkerer form – bei der umkehrbewegung schulterdrücken bwz bankdrücken/liegestütze die erklärungen von rippetoe, die ihr ja auch in den technikhinweisen dort übernommen habt.

Dr. med. Dominik Dotzauer

Danke für den Hintweis. Wir meinen eine starke (!) Beugung/Streckung. Damit wird oft für fehlende BWS + Schultermobilität kompensiert. Habe es verbessert. Besser verständlich jetzt? Oder noch Änderungsvorschläge?

Fehlhaltungen sollten separat von Klimmzügen bearbeitet werden. Der Torso/“Core“ ist bei vielen Übungen involviert, aber zur Behebung lieber spezifisch auf die Behebung der vorhandenen Dysfunktion konzentrieren.

chris

ach jetzt: ihr meintet mit „oben“ in der oberen position (des klimmzugs), und „unten“ dementsprechend. ich bezog das auf oberen/unteren rücken.

jo, neutrale haltung für den unteren rücken würde ich dann auch vorschlagen.

das mit der seitlichen ebene der oberarme bringt komischerweise kaum einer zur sprache, obwohl das zwar weniger als bei bankdrücken und schulterdrücken, aber doch bei veranlagten leuten zu spüren ist. kommt nur bei der pronierten variante und eher weitem griff vor; supiniert sind die oberarme ja kaum 90° abgespreizt.

Dr. med. Dominik Dotzauer

Ja. Noch etwas anderes unklar oder fehlt dir etwas?

Ja, das hatte mich auch immer gewundert. Aber es ist kein Wunder, irgendwie denkt kaum jemand an die Übungsausführung – alle sind auf Ernährungssysteme und den perfekten Trainingsplan oder das perfekte Trainingssystem fixiert.

Stefan B

Hilfe! Ich schaffe keinen einzigen Klimmzug :-)
Könnt. Ihr schon in etwa sagen, wann der Artikel erscheinen wird?

Grüße
Stefan

Jan

Eigentlich meinte ich zur möglichen Vorbeugung einer solchen Verletzung bei Klimmzügen, aber passt schon ;) Ich warte die Regeneration ab und starte dann bei den KLZ erneut.

Dr. med. Dominik Dotzauer

Du meinst ob sie sinnvoll sind für deine Sehnenscheidenentzündung? Wende dich am besten an deinen behandelnden Arzt. Wir dürfen und wollen keine med. Beratung geben.

Jan

Guter&wichtiger Artikel. Klimmzüge sind so ziemlich eine der wichtigsten und spaßigsten Übungen.
Aber vorsichtig sollte man dennoch sein.
Ich habe mir vor kurzem eine Sehnenscheidentzündung im Ellenbogen zugezogen :-/

Was haltet ihr eigentlich von Ellenbogen-/ u./o. Handgelenkstützen?

Dr. med. Dominik Dotzauer

Was meint du genau? Wie sehen die aus?

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