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Fasten Mythos #7: “Nicht zu frühstücken ist schlecht und macht dick!”

Geschrieben von Johannes Steinhart (M.Sc. Biomedizin & Ernährungswissenschaften)

Das Auslassen des Frühstücks wird mit einem höheren Körpergewicht der Bevölkerung in Verbindung gebracht. Die Erklärung dafür ist die gleiche wie die von der niedrigeren Mahlzeitenfrequenz und höherem Körpergewicht.

Wer auf das Frühstück verzichtet, hat meist schlechtere Essensgewohnheiten und lebt weniger gesundheitsbewusst. Darüberhinaus sind die „Frühstücksauslasser“ oft in einer Diät und dadurch mit höherer Wahrscheinlichkeit übergewichtig.

Man sollte sich immer bewusst sein, dass sich dieser Personenkreis höchstwahrscheinlich nicht die ganze Zeit mit Ernährungswissenschaften beschäftigen. Wie die meisten Menschen versuchen sie mit schlechten Diäten abzunehmen. Wir reden hier von dem Typus, der sich motiviert in eine 800 kcal Crashdiät stürzt, dann alles über den Haufen wirft und dank des Jojo Effekts das verlorene Gewicht wieder zunimmt (und noch etwas mehr).

Manchmal hört man das Argument, man solle ein Frühstück zu sich nehmen, da unsere Insulinsensitivität am Morgen erhöht ist. Das ist wahr: man hat immer eine höhere Insulinsensitivität nach einer Fastenphase über die Nacht. Oder anders gesagt, man ist eher insulinsensitiv während der ersten Mahlzeit des Tages. Sie erhöht sich nachdem die Glykogenspeicher aufgebraucht sind. Wenn man über Nacht 8-10 Stunden nichts gegessen hat, ist das Glykogen in der Leber größtenteils verbraucht. Genau das führt zu der gesteigerten Insulinsensitivität – nicht jedoch eine magische Phase in den Morgenstunden des Tages.

Das gleiche gilt für das Krafttraining. Durch die mechanische Arbeit deiner Muskeln werden die lokalen Kohelnhydratspeicher verbraucht. Die Insulinsensitivität ist erhöht – solange die Glykogenvorräte in den Muskeln nicht voll sind. Sie bleibt erhalten, wenn man die Kohlenhydrate nach dem Training weglässt.

Johannes Steinhart

Autor

Johannes Steinhart

Biomediziner (M.Sc.) und Trainer der deutschen Fitnesslehrervereinigung

Seine Mission: Abnehmen, Muskelaufbau und Gesundheit verständlich und praxisnah vermitteln – ohne Bullshit und Mythen. Johannes ist Gründer von science-fitness.de und erreicht jährlich über 2+ Mio. Leser.

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Kira

Super hilfreich erklärt. Wirklich riesen Dank an Sie!

Gerd und Christine Spranger

Vielen Dank für Ihre guten Gedankenanstöße zum Abnehmen. Ohne es selbst wirklich zu wollen fällt es sehr schwer abzunehmen. Also bei uns war es so, dass wir zuerst selbst davon überzeugt sein mussten, es wirklich ernst zu meinen mit dem Abnehmen. Zu verlockend sind die täglichen Leckereien aus dem Supermarkt, vom Bäcker oder sonst wo.
Das größte Problem beim Abnehmen ist: Sich nicht ablenken lassen von dem Entschluss. Wer sich mit Essen selbst gern belohnt, hat es besonders schwer. Bei uns war das so. Wir mussten uns einen Ersatz für das gute Essen überlegen, das unser Belohnungszentrum im Gehirn stattdessen aktivierte.
In unserem Fall war es Sport. Wir nutzten jede Gelegenheit, um etwas für unseren Body und unsere Gesundheit zu tun. Wir gingen abends hinaus zum Walken, am Wochenende auf die Berge und wenn schlechtes Wetter war, machten wir zuhause Gymnastik.
Aber das alles bewirkte noch nicht das Abnehmen bei uns. Am Wichtigsten war die Ernährungsumstellung und zwar so, dass wir sie auch durchhalten konnten. Dazu gehörte es, dass das Essen auch weiterhin gut schmecken sollte. Irgendetwas essen wollten wir nicht. Da wir Genussmenschen sind, sollte die Ernährungsumstellung unseren Geschmack treffen.
Eines war klar: Wir verzichteten von nun an auf Alkohol, Zucker und Fertiggerichte. Es sollten nur noch frische, selbst zubereitete Lebensmittel auf den Tisch. Und für den kleinen Hunger zwischendurch gab es bei uns Studentenfutter, Joghurt oder Obst.
Natürlich achteten wir auch darauf, bewusst zu essen und nicht nebenbei schnell etwas in uns hineinzustopfen. Das war manchmal schwierig, weil unser Alltag – wie bei vielen anderen Menschen – sehr stressig ist. Wir schafften es langsam, über Wochen, 4 Kilo abzunehmen. Noch heute achten wir auf eine gesunde und natürlich Ernährung. Es gibt gesündere Phasen und ungesündere. Bis heute ist das so.

Roman

Hallo!

Stimmt es, dass schnelles Abnehmen dazu führt, dass mehr lose Haut übrig bleibt? Ist lose Haut bei größeren Gewichtsverlusten überhaupt vermeidbar?

LG

Johannes Steinhart, Biomedizin (M.Sc.) & Trainer des Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung e.V.

Lose Haut hat erst mal nichts mit der Abnehm-Geschwindigeit zu tun. Dafür ist selbst „schnelles Abnehmen“ immer noch zu langsam.

Bei großen Gewichtsverlusten gibt es verschiedene Szenarien. Manchmal bildet sich dich Haut über viele Monate zurück. Manchmal hilft nur ein operativer Eingriff. Ist alles sehr individuell -> Alter, Genetik usw.

Roman

Tausend Dank für die Antwort, lieber Johannes. Im Internet habe ich nämlich immer wieder von besagter Behauptung gelesen. Eine Behauptung, die ich für mich wieder einmal als „pseudowissenschaftlichen Klatsch der übelsten Sorte“ verbuche. :-)

LG

Petko

Guter Artikel, Danke

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