Mythos: “Häufig kleine Mahlzeiten = weniger Appetit”
Bzgl. der Relevanz des Findens des besten Essverhaltens für Appetitkontrolle findet man einen überraschenden Mangel an Studien vor. In der am häufigsten zitierten Studie wurde adipösen Männern 33% ihres täglichen Kalorienbedarfs („preload“) in entweder 1 einzelnen oder 5 Mahlzeiten verabreicht, bevor sie 5 Stunden später ad libitum (soviel sie wollten) essen durften.
A: 1 Mahlzeit. 5 Stunden später freies Essen im „buffet“-Stil
B: Gleicher Versuchsaufbau, aber 5 statt 1 Mahlzeit; jeweils eine Mahlzeit pro Stunde bis zum freien Essen
Die Resultate zeigten, dass Versuchspersonen in der „A“ Gruppe 27% mehr Kalorien bei der ad libitum Mahlzeit zu sich nahmen. Der gleiche Aufbau wurde von den Forschern an schlanken Männern durchgeführt und zeigte ähnliche Resultate. Jedoch zeigt sich bei näherer Betrachtung, wie wenig Relevanz diese Ergebnisse im Alltag haben. Die Makrokomposition der „pre-load“ Mahlzeit war 70% Kohlenhydrate, 15% Fette and 15% Proteine – verzehrt in Form von Pasta, Speiseeis und Orangensaft. Diese Situation war höchstgradig künstlich und abnormal. Wer sitzt schon herum und knabbert an Nudeln und Eis, während er an Organgensaft nippt, zu jeder Stunde, bis hin zu einer geregelten Mahlzeit?
Die neusten Untersuchungen durchgeführt unter Bedingungen, die wesentlich mehr dem Alltag entsprechen, zeigen ein gegensätzliches Resultat. In dieser Studie führten 3 stark proteinhaltige Mahlzeiten zu einem größeren Völlegefühl und besserer Appetitkontrolle als 6 solcher Mahlzeiten. Meine Zusammenfassung ist hier zu finden: Three Meals Superior for Appetite Control
Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Mahlzeitenfrequenz höchstgradig individuell ist. Aber absolute Aussagen, dass viele kleine Mahlzeiten überlegen sind, wenn es um Appetitkontrolle geht, sind falsch und basieren auf Studien, deren Methoden stark von realistischen Situationen abweichen. Aktuelle Forschungsergebnisse mit normalen Mahlzeitenverteilungen und mit einer Proteinzufuhr, welche man in einer nicht-idiotischen Diät vorfindet, legen eine bessere Appetitkontrolle mit weniger und größeren Mahlzeiten nahe.
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Vielen Dank für Ihre guten Gedankenanstöße zum Abnehmen. Ohne es selbst wirklich zu wollen fällt es sehr schwer abzunehmen. Also bei uns war es so, dass wir zuerst selbst davon überzeugt sein mussten, es wirklich ernst zu meinen mit dem Abnehmen. Zu verlockend sind die täglichen Leckereien aus dem Supermarkt, vom Bäcker oder sonst wo.
Das größte Problem beim Abnehmen ist: Sich nicht ablenken lassen von dem Entschluss. Wer sich mit Essen selbst gern belohnt, hat es besonders schwer. Bei uns war das so. Wir mussten uns einen Ersatz für das gute Essen überlegen, das unser Belohnungszentrum im Gehirn stattdessen aktivierte.
In unserem Fall war es Sport. Wir nutzten jede Gelegenheit, um etwas für unseren Body und unsere Gesundheit zu tun. Wir gingen abends hinaus zum Walken, am Wochenende auf die Berge und wenn schlechtes Wetter war, machten wir zuhause Gymnastik.
Aber das alles bewirkte noch nicht das Abnehmen bei uns. Am Wichtigsten war die Ernährungsumstellung und zwar so, dass wir sie auch durchhalten konnten. Dazu gehörte es, dass das Essen auch weiterhin gut schmecken sollte. Irgendetwas essen wollten wir nicht. Da wir Genussmenschen sind, sollte die Ernährungsumstellung unseren Geschmack treffen.
Eines war klar: Wir verzichteten von nun an auf Alkohol, Zucker und Fertiggerichte. Es sollten nur noch frische, selbst zubereitete Lebensmittel auf den Tisch. Und für den kleinen Hunger zwischendurch gab es bei uns Studentenfutter, Joghurt oder Obst.
Natürlich achteten wir auch darauf, bewusst zu essen und nicht nebenbei schnell etwas in uns hineinzustopfen. Das war manchmal schwierig, weil unser Alltag – wie bei vielen anderen Menschen – sehr stressig ist. Wir schafften es langsam, über Wochen, 4 Kilo abzunehmen. Noch heute achten wir auf eine gesunde und natürlich Ernährung. Es gibt gesündere Phasen und ungesündere. Bis heute ist das so.
Hallo!
Stimmt es, dass schnelles Abnehmen dazu führt, dass mehr lose Haut übrig bleibt? Ist lose Haut bei größeren Gewichtsverlusten überhaupt vermeidbar?
LG
Lose Haut hat erst mal nichts mit der Abnehm-Geschwindigeit zu tun. Dafür ist selbst „schnelles Abnehmen“ immer noch zu langsam.
Bei großen Gewichtsverlusten gibt es verschiedene Szenarien. Manchmal bildet sich dich Haut über viele Monate zurück. Manchmal hilft nur ein operativer Eingriff. Ist alles sehr individuell -> Alter, Genetik usw.
Tausend Dank für die Antwort, lieber Johannes. Im Internet habe ich nämlich immer wieder von besagter Behauptung gelesen. Eine Behauptung, die ich für mich wieder einmal als „pseudowissenschaftlichen Klatsch der übelsten Sorte“ verbuche. :-)
LG
Guter Artikel, Danke
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