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Fasten Mythos #10: “Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler”

Geschrieben von Johannes Steinhart (M.Sc. Biomedizin & Ernährungswissenschaften)

Mit diesem Sprichwort “Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler” eng verbunden ist der Glaube, Kohlenhydrate am Abend zu reduzieren sei sinnvoll, da es dann scheinbar nicht als Fett eingelagert wird. Während sich das in der Theorie gut anhört, gibt es keine unterstützende wissenschaftlichen Belege. Ganz im Gegenteil.

Dies belegen vor allem eine Vielzahl von Ramadanstudien, die Auswirkungen auf körperliche Veränderungen und Gesundheit untersuchen. Die beim Ramadan üblichen und regelmäßigen nächtlichen Festessen haben einen neutralen oder positiven Effekt auf den Körperfettanteil und andere Gesundheitsmarker.

Dies ist ein extremes und vielsagendes Beispiel: Es werden Kohlenhydrate in großen Mengen  inmitten der Nacht zu sich genommen – ohne gesundheitliche Auswirkungen zu bewirken. Trotzdem zerbrechen sich die Leute in der Bodybuilding und Fitnessszene den Kopf, ob es ein Problem sei, auch nur wenige Gramm Kohlenhydrate abends zu sich zu nehmen.

Wenn die wissenschaftlichen Daten des Ramadan Fastens nicht genug sind, gibt es viele andere Studien bei denen weder Gewichtsverlust noch Gewichtszunahme als Folge späterer Mahlzeiten beobachtet wurden.

In einer Studie, die zwei verschieden Essensmuster verglich, (erste Gruppe: die meisten Kalorien früher am Tag, zweite Gruppe: die meisten Kalorien später am Tag) wurden sogar vorteilhaftere Ergebnisse bei der Gruppe mit den großen Abendmahlzeiten entdeckt. Die Gruppe mit großem Frühstück verlor zwar mehr Gewicht, allerdings war dieser zusätzliche Gewichtsverlust Muskelmasse. Die Spätesser erhielten ihre Muskelmasse besser, was aus einer größeren Körperfettabnahme resultierte.

Die Sache wann eine große Mahlzeit gut oder schlecht für die Fettabnahme ist, ist also nicht ganz so einfach. Unterm Strich zählt, wie du es schaffst nach 24 Stunden des Tages ein Kaloriendefizit zu erzielen.

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Johannes Steinhart

Autor

Johannes Steinhart

Biomediziner (M.Sc.) und Trainer der deutschen Fitnesslehrervereinigung

Seine Mission: Abnehmen, Muskelaufbau und Gesundheit verständlich und praxisnah vermitteln – ohne Bullshit und Mythen. Johannes ist Gründer von science-fitness.de und erreicht jährlich über 2+ Mio. Leser.

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Kira

Super hilfreich erklärt. Wirklich riesen Dank an Sie!

Gerd und Christine Spranger

Vielen Dank für Ihre guten Gedankenanstöße zum Abnehmen. Ohne es selbst wirklich zu wollen fällt es sehr schwer abzunehmen. Also bei uns war es so, dass wir zuerst selbst davon überzeugt sein mussten, es wirklich ernst zu meinen mit dem Abnehmen. Zu verlockend sind die täglichen Leckereien aus dem Supermarkt, vom Bäcker oder sonst wo.
Das größte Problem beim Abnehmen ist: Sich nicht ablenken lassen von dem Entschluss. Wer sich mit Essen selbst gern belohnt, hat es besonders schwer. Bei uns war das so. Wir mussten uns einen Ersatz für das gute Essen überlegen, das unser Belohnungszentrum im Gehirn stattdessen aktivierte.
In unserem Fall war es Sport. Wir nutzten jede Gelegenheit, um etwas für unseren Body und unsere Gesundheit zu tun. Wir gingen abends hinaus zum Walken, am Wochenende auf die Berge und wenn schlechtes Wetter war, machten wir zuhause Gymnastik.
Aber das alles bewirkte noch nicht das Abnehmen bei uns. Am Wichtigsten war die Ernährungsumstellung und zwar so, dass wir sie auch durchhalten konnten. Dazu gehörte es, dass das Essen auch weiterhin gut schmecken sollte. Irgendetwas essen wollten wir nicht. Da wir Genussmenschen sind, sollte die Ernährungsumstellung unseren Geschmack treffen.
Eines war klar: Wir verzichteten von nun an auf Alkohol, Zucker und Fertiggerichte. Es sollten nur noch frische, selbst zubereitete Lebensmittel auf den Tisch. Und für den kleinen Hunger zwischendurch gab es bei uns Studentenfutter, Joghurt oder Obst.
Natürlich achteten wir auch darauf, bewusst zu essen und nicht nebenbei schnell etwas in uns hineinzustopfen. Das war manchmal schwierig, weil unser Alltag – wie bei vielen anderen Menschen – sehr stressig ist. Wir schafften es langsam, über Wochen, 4 Kilo abzunehmen. Noch heute achten wir auf eine gesunde und natürlich Ernährung. Es gibt gesündere Phasen und ungesündere. Bis heute ist das so.

Roman

Hallo!

Stimmt es, dass schnelles Abnehmen dazu führt, dass mehr lose Haut übrig bleibt? Ist lose Haut bei größeren Gewichtsverlusten überhaupt vermeidbar?

LG

Johannes Steinhart, Biomedizin (M.Sc.) & Trainer des Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung e.V.

Lose Haut hat erst mal nichts mit der Abnehm-Geschwindigeit zu tun. Dafür ist selbst „schnelles Abnehmen“ immer noch zu langsam.

Bei großen Gewichtsverlusten gibt es verschiedene Szenarien. Manchmal bildet sich dich Haut über viele Monate zurück. Manchmal hilft nur ein operativer Eingriff. Ist alles sehr individuell -> Alter, Genetik usw.

Roman

Tausend Dank für die Antwort, lieber Johannes. Im Internet habe ich nämlich immer wieder von besagter Behauptung gelesen. Eine Behauptung, die ich für mich wieder einmal als „pseudowissenschaftlichen Klatsch der übelsten Sorte“ verbuche. :-)

LG

Petko

Guter Artikel, Danke

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