Fasten Mythos #10: “Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler”

Mai, 2021

Johannes Steinhart, Biomedizin (M.Sc.) & Trainer des Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung e.V.

Mit diesem Sprichwort “Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler” eng verbunden ist der Glaube, Kohlenhydrate am Abend zu reduzieren sei sinnvoll, da es dann scheinbar nicht als Fett eingelagert wird. Während sich das in der Theorie gut anhört, gibt es keine unterstützende wissenschaftlichen Belege. Ganz im Gegenteil.

Dies belegen vor allem eine Vielzahl von Ramadanstudien, die Auswirkungen auf körperliche Veränderungen und Gesundheit untersuchen. Die beim Ramadan üblichen und regelmäßigen nächtlichen Festessen haben einen neutralen oder positiven Effekt auf den Körperfettanteil und andere Gesundheitsmarker.

Dies ist ein extremes und vielsagendes Beispiel: Es werden Kohlenhydrate in großen Mengen  inmitten der Nacht zu sich genommen – ohne gesundheitliche Auswirkungen zu bewirken. Trotzdem zerbrechen sich die Leute in der Bodybuilding und Fitnessszene den Kopf, ob es ein Problem sei, auch nur wenige Gramm Kohlenhydrate abends zu sich zu nehmen.

Wenn die wissenschaftlichen Daten des Ramadan Fastens nicht genug sind, gibt es viele andere Studien bei denen weder Gewichtsverlust noch Gewichtszunahme als Folge späterer Mahlzeiten beobachtet wurden.

In einer Studie, die zwei verschieden Essensmuster verglich, (erste Gruppe: die meisten Kalorien früher am Tag, zweite Gruppe: die meisten Kalorien später am Tag) wurden sogar vorteilhaftere Ergebnisse bei der Gruppe mit den großen Abendmahlzeiten entdeckt. Die Gruppe mit großem Frühstück verlor zwar mehr Gewicht, allerdings war dieser zusätzliche Gewichtsverlust Muskelmasse. Die Spätesser erhielten ihre Muskelmasse besser, was aus einer größeren Körperfettabnahme resultierte.

Die Sache wann eine große Mahlzeit gut oder schlecht für die Fettabnahme ist, ist also nicht ganz so einfach. Unterm Strich zählt, wie du es schaffst nach 24 Stunden des Tages ein Kaloriendefizit zu erzielen.

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Johannes Steinhart ist Master of Science (M.Sc.) in Biomedizin & Ernährungswissenschaften sowie Fitnesstrainer der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung (DFLV). Seine Passion ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Abnehmen, Muskelaufbau und Gesundheit unabhängig, verständlich und praxisnah darzustellen und verbreitete Unwahrheiten zurückzudrängen. Johannes ist Gründer von science-fitness.de (SF). Jedes Jahr erreicht er über 2 Mio. Leser. Außerdem ist er Autor von aktuell 6 Büchern. Mehr.

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Kommentare (4)

  1. Nadine sagt:

    Ich habe mehrmals Ramadam mitgemacht und jedes Mal 3 bis 5 kg zugenommen sodass ich nun an Ramadan nicht mehr faste. Es hatte zudem gesundheitlich Folgen. Jeder, der fastet sieht am Ende des Ramadanmonats extrem schlecht aus.

  2. Hupsi sagt:

    So eine schwache Studie mit 10 Personen als Referenz taugt nicht viel.

    „Während sich das in der Theorie gut anhört, gibt es keine unterstützende wissenschaftlichen Belege. Ganz im Gegenteil.“
    Da wird ein guter Ansatz als „Lüge“ dargestellt, um sich wichtig zu machen. Ramadanstudien sind sicherlich nicht geeignet um die Aussage
    „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler” als Diät-Lüge zu widerlegen.
    Viele Wege führen nach Rom – und kein Weg ist eine Lüge.

    1. Dr. med. Dominik Dotzauer sagt:

      Hier machst eher du dich wichtig, indem du dich beschwerst aber keine vernünftige Gegenargumentation (geschweige denn Evidenz) vorbringen kannst.

      Es geht darum „Mit diesem Sprichwort eng Verbunden ist der Glaube Kohlenhydrate am Abend zu reduzieren, da es dann scheinbar nicht als Fett eingelagert wird“

      Um deine Metapher fortzusetzen: „… kein Weg ist eine Lüge, sofern er nach Rom führt.“
      Kohlenhydrate abends zu vermeiden führt ceteris paribus nicht zu einem größeren Fettverlust. Evtl. eher zu einem geringeren. Dieser Weg führt also nicht nach Rom, sondern ins Meer. Sich an das Schema zu halten führt eben bei manchen Leuten zu einer unbewussten Kalorienrestriktion und damit zum Fettverlust – es geht aber auch besser und einfacher. Vor allem geht es ohne den Mythos, dass „abendliche Kohlenhydrate als Fett eingelagert werden“. Wir glauben ja auch nicht mehr dass Infektionen durch böse Geister verursacht werden, nicht?

  3. mrm sagt:

    Super, dass man auch mal Studien dazu sieht. Die Bodybuilding Welt ist schon oft ganz schön verblendet.

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