Fasten Mythos #8: “Fasten erhöht den Cortisolspiegel”
Cortisol ist ein Steroidhormon, das den Blutdruck aufrecherhält, das Immunsystem reguliert und daran beteiligt ist, Eiweiß, Glukose und Fette abzubauen. In der Fitness- und Gesundheitswelt hat es einen ziemlich schlechten Ruf, jedoch gibt es gute Gründe, warum dieses Hormon exestiert.
- Der morgendliche Anstieg hilft uns aus dem Bett zu kommen.
- Ein geringerer Cortisolanstieg am Morgen wird in Zusammenhang mit Lethargie und Depression gebracht.
- Während des Trainings ist der Cortisolspiegel erhöht, was dazu beiträgt, Fett zu mobilisieren.
- Außerdem steigert es die Leistungsfähigkeit und ist für ein Euphoriegefühl während des Trainings – und auch noch danach – verantwortlich.
Der Versuch, akute Erhöhungen von Cortisol beim Training zu unterdrücken oder gar während des normalen Tagesrythmus, ist absolut unsinnig.
Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel, ausgelöst durch anhaltenden psychischen und/oder physischen Stress, ist ohne Frage schlecht für die Gesundheit. Dieser steigert den Eiweißabbau, den Appetit und könnte zu Depressionen führen.
Kurzzeitfasten hat keinen Effekt auf die durchschnittlichen Cortisolsspiegel. Dieses Gebiet wurde ausgiebig in Studien mit Ramadanfastenden untersucht. Cortisol besitzt einen typischen Tagesrythmus – mit einer Spitze morgens gegen 8 Uhr und einem Absinken in den Abendstunden. Was sich während des Ramadans ändert, ist nur eine Verschiebung der Cortisol-Ausschüttungen. Die Durchschnittswerte über 24h bleiben unverändert.
In einer Ramadan Studie mit Rugby Spielern verloren die Teilnehmer Fettmasse und hielten ihre Muskelmasse sehr gut. Und all das, obwohl sie dehydriert waren, kein Protein vor- und nach dem Training aufgenommen hatten, sowie mit auch insgesamt niedrigerer totalen Eiweißaufnahme . Ein Zitat aus der Studie:
„Body mass decreased significantly and progressively over the 4-week period; fat was lost, but lean tissue was conserved…“ „…Plasma urea concentrations actually decreased during Ramadan, supporting the view that there was no increase of endogenous protein metabolism to compensate for the decreased protein intake.“
In einer Studie zu Intermittent Fasting wurden sogar „signifikate Reduktion der Kortisolkonzentrationen“ in der fastenden Gruppe beobachtet. Jedoch sollte diese Studie mit Vorsicht betrachtet werden aufgrund einiger Fehler im Studienaufbau.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Behauptung, Fasten erhöhe den Cortisolspiegel, welcher in Muskelverlust resultiere, keine wissenschaftliche Grundlage hat.
Ursprung
Sehr langes Fasten oder sehr starke Kalorienrestriktion verursachen erhöhte Cortisolspiegel. Dies geschieht im Zusammenhang mit einer Entleerung der Glykogenspeicher in der Leber. Cortisol beschleunigt die DNG, die benötigt wird um den Blutzucker aufrecht zu erhalten, wenn keine Kohlenhydrate , Proteine (aus der Nahrung) oder Glykogen mehr vorhanden sind. Es scheint so, als hätte jemand geschaut, was während langen Hungerns passiert und daraus geschlossen, dass Kurzzeitfasten schlecht sein muss.
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Der Vergleich mit dem Ramadan hinkt. Ramadan bedeutet keine Diät im eigentlichen Sinne. Im Ramadan haut man sich jeden Abend, wenn die Sonne untergegangen ist, dermaßen den Bauch voll, dass es bis zum nächsten Abend reicht. Ich kenne viele, die im Ramadan mehr Masse zulegen, als außerhalb des Ramadans.
Es geht hier um die Leistung im Fastenzustand nicht um etwas Diätspezifisches. Lies es nochmal genau.
Hallo,
Recht interessant der Artikel; aber was ich am eigenen Leib (nach schon 3 Monaten low carb diet) erfahren musste, ist ,dass ,auch wenn zwar die Leistung nicht wirklich direkt darunter gelitten hat, ich nach zwei Übungen erstmal Käse weiß wurde im Gesicht. Mein fitnesstrainer hat zum Glück schnell reagiert und mich hingelegt und mir einen Eiweißriegel und einen shake gemacht sonst wäre ich umgekippt. War zwar, dass erste mal nach drei Monaten, aber durfte mir erstmal anhören ich solle vernünftig frühstücken bevor ich trainieren gehe ;)
was ich zuvor gegessen habe war wie immer einen 500g magerquark mit fettarmen Joghurt und ein paar Himbeeren
Exakt – es gibt interindividuelle Unterschiede.
Hallo,
Interessante Link-Sammlung, danke. Schade nur, sobald das Wort „einzigste“ fällt hat man sofort das Gefühl, dass der Autor kein Studierter ist und ebenfalls zur Gruppe derer gehört, die er im Leitartikel so kritisiert.
Hey! Toller Artikel! Ich bin mir nur bei einem nicht sicher:
Habe selbst schon gesehen und gehört, dass Krafttraining oder Bodybuilding schon auf leeren Magen möglich ist. Allerdings habe ich es am eigenen Leib schon erfahren, dass Cardio auf leeren Magen schon wieder ganz anders aussieht. Da leidet die Performance extrem darunter :/
Zumindest ein gutes Frühstück sollte es sein, bevor man Laufen geht! :D
Es gibt Hinweise, dass Cardio im fastenden Zustand zu besseren Adaptionen führt (auch wenn es sich wie Kraftraining in gewissen Umständen insbes. zu Beginn „härter“ anfühlt).
Siehe: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20452283
Martin hat das auch mal besprochen: http://www.leangains.com/2010/05/fasted-training-boosts-endurance-and.html
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