Das Geheimnis des perfekten Trainingsplans
Geschrieben von Johannes Steinhart (M.Sc. Biomedizin & Ernährungswissenschaften)
Viele sind ständig auf der Suche nach dem ultimativen Trainingsplan. Was bringt den Muskel ideal zum wachsen? Wie oft solltest du trainieren, mit wie vielen Sätzen und Wiederholungen? Welcher Trainingsplan bringt mein Fett zum Schmelzen?
Es ist durchaus legitim sich diese Fragen zu stellen. Allerdings werden dabei oft viel wichtigere Punkte übersehen. Absolute Grundlagen, die für deinen Erfolg viel wichtiger sind als die Beschäftigung mit den letzten Details.
Hier werden wir dir diese – oft nicht beachteten – aber extrem wichtigen Variablen, erklären.
Deine psychologischen Bedürfnisse
Gehst du zum Training und liebst das Gefühl dich bis zu Erschöpfung auszupowern? Oder willst du lieber nur so viel tun wie gerade nötig und dann wieder raus aus dem Studio?
Dein Training muss langfristig an deine psychologischen Bedürfnisse angepasst sein. Über die Trainingshäufigkeit und das Verhältnis von Volumen und Intensität, kannst du deinen Trainingsplan entsprechend deiner Vorlieben anpassen.
Individuelle Regenerationsfähigkeit
Was bringt dir der beste Trainingsplan, wenn du nach 2 Wochen völlig erschöpft nicht mehr weitermachen kannst? Richtig:Gar nichts!
Wie gut du dich vom Trainingsstress erholst, hängt von vielen Variablen wie z.B. Trainingsstand, Alter, individueller Einschränkungen, Genetik, Ernährung, sonstige körperliche und psychischer Belastung ab.
Während Jemand sehr Junges ohne viele, schwere Stressoren 4-5 Trainingseinheiten pro Woche wegsteckt, ist ein älterer Trainierender, in einem stressigen Beruf und vielen Verpflichtungen mit 2-3 Trainingseinheiten pro Woche besser bedient.
Deine Ziele
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber glaube uns, wir sehen sehr oft, dass einfach nicht beachtet wird, was das eigentliche Ziel ist. Für Muskelaufbau, musst du anders trainieren, als während einer Diät. Wenn du Fett abnehmen und gleichzeitig Muskeln aufbauen willst, erfordert das eine andere Herangehensweise als ein schnellstmöglicher Muskelaufbau.
Je nachdem was du erreichen möchtest (z.B. Abnehmen oder Muskelaufbau) sollte dein Plan auch darauf ausgerichtet sein. Sonst benutzt du einfach die falschen Werkzeuge und kommst oft gar nicht an dein gewünschte Ziel.
Erfolgsgarant Nr.1: Konsistenz
All das soweit Beschriebene, führt bei richtiger Beachtung, zur Konsistenz in deinem Training. Du kannst deinen Trainingsplan wirklich dauerhaft befolgen.
Nicht sicher, welcher Ansatz für dich der richtige ist?
Nichts ist unterm Strich wichtiger, als langfristig am Ball zu bleiben. Man kann sogar so weit gehen und sagen:
„Lieber einen schlechten Trainingsplan dauerhaft ausgeführt, als einen perfekten Trainingsplan unbeständig ausgeführt“
Am besten ist natürlich einen guten Trainingsplan dauerhaft zu befolgen. Aber Resultate (vor allem dauerhafte Resultate!) wirst du nur durch Konsistenz erreichen. Das Training muss zur Gewohnheit werden. Solange du das nicht erreicht hast, bringt es dir nichts.
Das Gegenteil von Konsistenz: Program Hopping
Du machst „Program Hoping“ wenn du dein Trainingsprogramm dauernd abänderst. Dies ist ein typisches Phänomen bei unerfahrenen Trainierenden. Die ständige Suche nach dem neusten und besten Programm, resultiert in ständigen Wechseln. Als Ergebnis gibt es keinen Fortschritt.
Erfahrene Athleten sehen oft kopfschüttelnd zurück auf ihre Anfangszeit. Wenn sie gefragt werden, was sie besser machen würden, wenn sie nochmal die Chance hätten, hörst du oft:
„Ich würde mich auf das erlernen der Grundübungen konzentrieren (dabei filmen oder einen sehr guten Trainer haben) und den Fokus auf die stetige Progression (stärker werden d.h. mehr Gewicht auf die Stange) legen.“
Zusammenfassung
Wähle ein Programm, das dir Spaß macht und das an deine Bedürfnisse (sowohl körperlich als auch psychisch) angepasst ist.
Wenn du dich einmal entschieden hast, bleibe dabei und widerstehe der Versuchung ständig etwas Neues anzufangen. Am Ende kommst du so nicht wirklich voran.
Ziehe ein Trainingsprogramm bis zum Ende durch, evaluiere deinen Fortschritt objektiv und teste dann etwas Neues, sofern du das Bedürfnis danach hast.
(Da ich nicht weiß, ob es als Antwort zum richtigen Beitrag erscheint…)
@Johannes
„Wäre super, wenn du dort an Ort und Stelle deinen Beitrag postest.“
Meine Forenzeiten sind vorbei.
Ich kann dazu auch sonst nicht viel schreiben. Dein Forenbeitrag passt halt inhaltlich nicht ganz, weil die zitierten Empfehlungen für Sportler quasi „alt“ sind und nichts mit den frisch aktualisierten Empfehlungen zu tun haben. Die waren bei den alten Empfehlungen auch bereits so. Inwieweit sich die (zeitnah) noch einmal ändern (ebenso wie die anderen Positionspapiere) kann man vermutlich nur spekulieren.
Ob die Quellen zu den Aussagen passen, kann ich nicht sagen. Dazu fehlen mir die Möglichkeiten das zu prüfen. Ist vermutlich immer eine Frage der Voraussetzungen bzw. Annahmen, die die DGE bei den Empfehlungen ansetzt (Blick in die FAQ dazu hilft*). Beim Positionspapier für Sportler schreiben sie von Leistungssportlern und „ambitionierten Freizeitsportlern“. Letzteres ist sicher schwammig, könnte aber deine Frage im Thread erklären. Die DGE scheint auf Basis ihrer Daten zu glauben, dass die allermeisten „normalen“ Menschen (mit normaler täglicher Bewegung und etwas Sport) eben zur Abwehr von Mangelerscheinungen mit den aktuell angegebenen Eiweißmengen klar kommen und dass gewisse „Schwankungsbreiten“ damit ausreichend abgedeckt sind.
*“Die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE gelten für gesunde Erwachsene in Deutschland im Alter von 18-65 Jahren, die sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel essen (Mischkost). Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen richten sich immer an die gesunde Allgemeinbevölkerung, also Personen ohne besondere Bedürfnisse oder Ansprüche an die Ernährung.“
Und: „…Die DGE hat sich als Erstes mit gesunden Erwachsenen, die auch tierische Lebensmittel verzehren, beschäftigt. Diese Personengruppe macht den größten Anteil der in Deutschland vertretenden Ernährungsweisen aus und ist Grundlage für die Entwicklung des Optimierungsmodells (siehe Frage 3, Frage 4). Es ist geplant, sukzessive angepasste lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen für weitere Ernährungsweisen, z. B. vegetarisch und vegan, und weitere Bevölkerungsgruppen, wie Kinder und Jugendliche, Senior*innen, bereitzustellen. Bis dahin können die derzeitig vorhandenen lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE als Orientierung zur Lebensmittelauswahl für alle gesunden Bevölkerungsgruppen, auch für Schwangere/Stillende, dienen…“
(Wenn es dir wichtig ist, kannst du diese Gedanken gerne ins Forum kopieren.)
Sorry für OT, aber der aktuelle Forenbeitrag zur DGE von heute…
mWn gibt es noch keine aktualisierten Empfehlungen für Sportler (o. a. „spezielle“ Bevölkerungsgruppen), seit die neuen Empfehlungen raus sind.
Zitierst du da das alte Papier aus 2020?
(Ist doch wohl kein Aprilscherz? ;) )
Nope, ist kein Aprilscherz :) Wäre super, wenn du dort an Ort und Stelle deinen Beitrag postest.
Ich verfolge Deine Veröffentlichungen seit einigen Jahren und bin immer wieder begeistert über Deine fachliche Kompetenz und Erfahrung im sportmedizinischen Bereich – freue mich auf weitere praktische Empfehlungen!
Toller Beitrag !
Vielen Dank!
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