- Todesrate von Covid-19 ist mehrfach höher als bei der saisonalen Grippe.
- Übertragung durch Kontakt (Droplets und Aerosole), vor allem bei schlechter Durchlüftung.
- Schnelle Ausbreitung, weil Schnelle Ausbreitung, weil es ein neuer Virus ist.
- „Long-Covid“: möglicherweise langfristige Schäden auch bei jungen, davor gesunden Menschen.
- Unklar, wie lange die Immunität nach Krankheit anhält. Möglichkeit der erneuten Infektion besteht.
Übertragungsgeschehen abschwächen durch: physische Distanz, Mund-/Nasenschutz, Hygieneregeln, Vermeidung von Menschenmassen und schlecht durchlüfteten Räumen.
Soweit so gut.
In der 1. Welle hatten viele Länder Lockdowns. Das war notwendig um die Ausbreitung zu verlangsamen, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen und Zeit für Maßnahmen nach dem Lockdown zu etablieren.
Lockdowns schaden der Wirtschaft und beeinträchtigen die mentale und körperliche Gesundheit. Diese Effekte waren jedoch in Ländern schlimmer, die die Zeit während und nach dem Lockdown nicht nutzten, um effektive Maßnahmen gegen die Pandemie einzuführen. Diese Länder haben kontinuierliche Einschränkungen.
Verständlicherweise führen die Maßnahmen zu breiter Demoralisierung und zurückgehendem Vertrauen.
Das Anlaufen der 2. Welle hat erneut das Interesse an der Herdenimmunitäts-Strategie (Pandemie bei den Jungen laufen lassen, die Älteren und Risikogruppen schützen) verstärkt.
Die Idee mit der Herdenimmunität ist jedoch ein gefährlicher Irrglaube und wissenschaftlich unfundiert.
Warum?
- Bis zu 30% der Bevölkerung (Anteil der Risikogruppen) komplett abzuschirmen ist praktisch unmöglich und extrem unethisch.
- Unkontrolliertes Laufenlassen von Covid-19 bei den Jüngeren führt daher zu großen Krankheitswellen und Toten in der kompletten Bevölkerung.
- Das würde den Arbeitsmarkt treffen und das Gesundheitssystem überlasten.
- Unzumutbar für die Wirtschaft und Arbeitnehmer im Gesundheits- und Pflegebereich. Dort sind schon viele sind an Covid-19 gestorben und sind traumatisiert, weil sie “Disaster Medicine” ausüben müssen.
- Zudem ist nicht klar, ob eine einmal durchgemachte Infektion wirklich zu dauerhafter Immunität führt. Wir verstehen immer noch nicht, was es wirklich mit “Long-Covid” auf sich hat.
Die Herdenimmunitäts-Strategie würde die Pandemie also nicht beenden. Vielmehr würde sie sogar zu dauerhaften Wellen führen. Dies war auch bei früheren Infektionskrankheiten der Fall, bevor Impfungen erfunden wurden.
Besser ist: Spezielle Maßnahme um die gefährdete Bevölkerung zu schützen. + Strategien für die gesamte Bevölkerung.
Unsere Wirtschaft zu schützen bedeutet COVID-19 zu kontrollieren. Wir müssen unsere Arbeitskräfte schützen und langfristige Unsicherheit vermeiden.
Übertragungen jetzt einzuschränken, bedeutet weitere Lockdowns zu vermeiden.
Time to act now!
+++ Update 02.07 +++ Kann man bedenkenlos in Fitnessstudios gehen?
Neue Studie:
Geringe/keine Covid-19 Ansteckungsgefahr in Fitness-Studios …
- … bei generell niedrigem Infektionsgeschehen in der Umgebung: < 12 pro 100.000 Einwohnern.
- … Einhaltung der Hygiene- und Abstandmaßnahmen.

Was wurde untersucht?
👉… 1,896 regelmäßig Trainierende und 1,896 nicht-Trainierende als Kontrollgruppe. Die meisten zwischen 20 und 50 Jahre alt. Wo? Oslo, Norwegen. 1-2 m Abstand je nach Training. Umkleiden offen. Duschen und Saunen geschlossen.
Was kam heraus?
👉… Nach 3 Wochen wurde 1 Mensch in der Trainingsgruppe positiv getestet. Allerdings war er nie im Fitnessstudio und hat sich wahrscheinlich am Arbeitsplatz angesteckt.
Kritik an der Studie und Einordnung: Kurze Dauer von 3 Wochen bei sehr geringem Infektionsgeschehen in der Umgebung.
Die Studie zeigt nicht, dass Fitnessstudios bei starkem Pandemiegeschehen kein Übertragungsproblem hätten. Sie zeigt lediglich, dass bei sehr niedrigem Infektionsgeschehen unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, Training in Fitnessstudios kein Zusatzproblem darstellen.
Diese Ergebnisse sollte repliziert werden und mit höheren Infektionsraten wiederholt werden.
Was kannst du mit dieser Information anfangen?
Auf der Corona-Viruskarte der ZEIT kannst du die „aktiven Fälle“ für deinen Landkreis herausfinden. Sofern diese unter 12 pro 100.000 Einwohner liegt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion im Fitnessstudio recht gering.

Allerdings muss weiterhin auf Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln und vor allem eine gute Durchlüftung geachtet werden.
+++ Update 10.05 +++ Wann öffnen die Fitnessstudios wieder?
Wird von den einzelnen Bundesländern geregelt. Hier ist eine Übersicht der Termine: Klick. Den Fokus für sonstige Gesundheitsthemen bitte meiden!
Kannst du noch nicht im Studio trainieren? Trainiere solange mit den neu erschienen #HOME Trainingsplänen:
+++ Update 16.04 +++ Immunsystem “trainieren”, Risikofaktoren zurückdrängen & Sport treiben in Zeiten von Corona
Fitnessstudios werden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der letzten Einrichtungen sein, die ihre Tore wieder für die Massen öffnen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht fit halten könnte oder sollte. Ganz im Gegenteil!
Fit zu sein, kann bei einer Sars-CoV2 Infektion darüber entscheiden, ob ein kritischer Verlauf eher gut oder schlecht ausgeht!
Warum das so ist, erfährst du jetzt.
Immunsystem “trainieren” und “fit” halten. Was bringt Training bezüglich Infektionen?
Regelmäßiges Training stärkt nicht nur Muskeln und Ausdauer, sondern auch die Leistungsfähigkeit deines Immunsystems.
Das führt zu:
- Besserer Immunregulation: Das Immunsystem schießt nicht über das Ziel hinaus, wird also nicht zu aktiv. Eine übersteigerte Immunreaktion ist ein großes Problem bei schweren Covid19-Verläufen und bringt das Organsystem schließlich zum Versagen.
- Stärkerem Immunsystem: Das Immunsystem kann besser mit Infektionen umgehen und Erreger eliminieren. So erhöht Ausdauertraining etwa die Zahl der zirkulierenden Immunzellen.
Falls es soweit ist, kann ein “trainiertes” Immunsystem besser mit einer Krankheit umgehen.
Sehr hartes Training (über mehrere Stunden) kann zwar deine Immunfunktion für einige Stunden oder Tage reduzieren, bei moderatem Training gibt es diese kurzfristige Unterdrückung des Immunsystems aber nicht. Man vermutet sogar, dass die Wachsamkeit des Immunsystems durch Trainingseinheiten von 30-60 Minuten sofort erhöht wird.1
Die kritischen Organe: Herz, Gefäße, Lunge – erhöhtes Risiko bei schlechter Funktion
Bei einer schweren Corona-Infektion werden Herz, Gefäße und Lunge in höchstem Maße belastet (bis zu 3-fache Umsatzsteigerung während der Krankheit!).
Wer schon vor einer Infektion mit diesen Organen am Limit ist, der kommt mit einer Infektion schnell in den dunkelroten Bereich. Das gilt für Corona aber auch bei der “normalen” Grippe.
Die meisten Menschen mit tödlichen Corona-Verläufen haben Probleme mit Bluthochdruck, Typ-2 Diabetes oder Lungenerkrankungen. Also Vorerkrankungen, bei denen Herz, Gefäße oder Lunge in irgendeiner Form geschwächt sind.
Gerade Bluthochdruck und Typ-2 Diabetes sind Krankheiten, bei denen man mit Sport und Ernährung extrem viel ausrichten könnte. Oft sind solche Erkrankungen damit sogar komplett vermeidbar oder rückgängig zu machen.
Immunfunktion und kritische Organe durch Training stärken
Die “Fitness” der Organe und die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt bei älteren Menschen typischerweise nach und nach ab. Daher steigt mit dem Alter auch die Sterblichkeit bei Covid-19 stark an.
Gegen das Alter kann man nichts machen. Aber der eigene Fitness-Zustand und die Funktion der entscheidenden Organe lassen sich bis ins hohe Alter trainieren.
Auch für alle anderen Altersklassen ist es kein Fehler, gut trainiert zu sein. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben oder Langzeitfolgen davon zu tragen, geringer ist, liegt sie nicht bei Null.
Daher gilt: Fitness, Organsysteme und Immunfunktion leistungsfähig halten und steigern, solange man gesund ist. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Infektion möglichst unbeschadet durchzustehen.
Vorbereitet sein ist hier das Stichwort. Wenn es soweit ist, ist keine Zeit mehr da.
Wie trainieren in Zeiten von Corona?
Training stärkt das Herz und die Gefäße! Fördert die Belüftung der Lunge. Baut Muskeln auf und hält das Muskelgewebe fit.
Trotz aktueller sozialer Distanzierung kann man
- Draußen mit Abstand Sport machen: Ausdauertraining.
- Home-Training im “Fitness-Studio zu Hause” machen: Krafttraining.
Gut trainiert? Fitness erhalten oder sogar steigern
Alle Jungen und gut Trainierten sollten ihr Krafttraining auf zu Hause verlegen. Wir haben zwei Home-Trainingspläne entwickelt, die mit Kettlebells/Hanteln/Widerstandsbänder auskommen und alle Muskelgruppen ideal trainieren.
=> Für Männer: Xplode #HOME-Workout. Für Frauen: Fitladies #HOME-Workout.
Dazu noch ein wenig Ausdauertraining einbauen. Draußen wird es wärmer, es gibt keine Ausreden mehr. 2x pro Woche à 20 Minuten ist ein erster Start. Dann hocharbeiten auf 30-60 Minuten. Wer den Fokus stärker auf Ausdauer legen will, kann dann mehr Ausdauereinheiten machen.
Untrainiert oder schon etwas älter? Jetzt ist die Zeit, um mit regelmäßigem Training zu beginnen!
Ein Mix aus Ausdauertraining und Krafttraining ist ideal.
Ausdauertraining mit moderater Intensität. Schon 10 Minuten können für Untrainierte einen Effekt haben. Ein möglicher Start für Untrainierte ist der LAUF10!-Plan.
Für das erste Krafttraining zu Hause gibt es kleine Workouts: 7-Minuten Workout Uni Ulm. Angepasstes 7-Minuten-Workout für Senioren.
Falls dir diese Trainingsoptionen zu lasch sind, orientiere dich an den Empfehlungen für gut Trainierte oben.
Die positiven Effekte auf Immunsystem und Organgesundheit stellen sich durch regelmäßiges Training mit progressiver Steigerung mit dem richtigen Zusammenspiel aus Stress und Erholung ein.
Ein paar Regeln und Tipps:
- Kein Training bei Krankheitssymptomen! Das ist zusätzlicher Stress für das Immunsystem.
- Hochintensives Training unterdrückt das Immunsystem temporär. Im Zweifelsfall lieber langsam machen oder nicht zu intensiv trainieren.
- Kein Sport mit mehreren Menschen in Räumen.
- Möglichst keine Berührung von Parkbänken, Stangen oder Spielplätzen.
- Regelmäßiges Händewaschen, ggf. Mund-Nasen-Schutzmasken tragen.
- Das Corona-Infektionsrisiko bleibt auch mit gutem Immunsystem unverändert.
Mehr fachliche Hintergründe in “Sport in Zeiten von Corona”, deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (Download).2