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Der Corona-Virus hat die Welt fest im Griff. Wir alle sind davon betroffen. Hier ein paar Tipps und Empfehlungen:
Die zweite Welle rollt an. Und zwar mit Wucht! Dabei wird mal wieder viel über Wissenschaft gesprochen. Machen wir das heute mal ganz praktisch und schauen uns mal die ganz neue Publikation “Scientific consensus on the COVID-19 pandemic: we need to act now” aus dem Lancet an.
Eine Zusammenfassung:
Übertragungsgeschehen abschwächen durch: physische Distanz, Mund-/Nasenschutz, Hygieneregeln, Vermeidung von Menschenmassen und schlecht durchlüfteten Räumen.
Soweit so gut.
In der 1. Welle hatten viele Länder Lockdowns. Das war notwendig um die Ausbreitung zu verlangsamen, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen und Zeit für Maßnahmen nach dem Lockdown zu etablieren.
Lockdowns schaden der Wirtschaft und beeinträchtigen die mentale und körperliche Gesundheit. Diese Effekte waren jedoch in Ländern schlimmer, die die Zeit während und nach dem Lockdown nicht nutzten, um effektive Maßnahmen gegen die Pandemie einzuführen. Diese Länder haben kontinuierliche Einschränkungen.
Verständlicherweise führen die Maßnahmen zu breiter Demoralisierung und zurückgehendem Vertrauen.
Das Anlaufen der 2. Welle hat erneut das Interesse an der Herdenimmunitäts-Strategie (Pandemie bei den Jungen laufen lassen, die Älteren und Risikogruppen schützen) verstärkt.
Die Idee mit der Herdenimmunität ist jedoch ein gefährlicher Irrglaube und wissenschaftlich unfundiert.
Warum?
Die Herdenimmunitäts-Strategie würde die Pandemie also nicht beenden. Vielmehr würde sie sogar zu dauerhaften Wellen führen. Dies war auch bei früheren Infektionskrankheiten der Fall, bevor Impfungen erfunden wurden.
Besser ist: Spezielle Maßnahme um die gefährdete Bevölkerung zu schützen. + Strategien für die gesamte Bevölkerung.
Unsere Wirtschaft zu schützen bedeutet COVID-19 zu kontrollieren. Wir müssen unsere Arbeitskräfte schützen und langfristige Unsicherheit vermeiden.
Übertragungen jetzt einzuschränken, bedeutet weitere Lockdowns zu vermeiden.
Time to act now!
Geringe/keine Covid-19 Ansteckungsgefahr in Fitness-Studios …

Was wurde untersucht?
👉… 1,896 regelmäßig Trainierende und 1,896 nicht-Trainierende als Kontrollgruppe. Die meisten zwischen 20 und 50 Jahre alt. Wo? Oslo, Norwegen. 1-2 m Abstand je nach Training. Umkleiden offen. Duschen und Saunen geschlossen.
Was kam heraus?
👉… Nach 3 Wochen wurde 1 Mensch in der Trainingsgruppe positiv getestet. Allerdings war er nie im Fitnessstudio und hat sich wahrscheinlich am Arbeitsplatz angesteckt.
Kritik an der Studie und Einordnung: Kurze Dauer von 3 Wochen bei sehr geringem Infektionsgeschehen in der Umgebung.
Die Studie zeigt nicht, dass Fitnessstudios bei starkem Pandemiegeschehen kein Übertragungsproblem hätten. Sie zeigt lediglich, dass bei sehr niedrigem Infektionsgeschehen unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, Training in Fitnessstudios kein Zusatzproblem darstellen.
Diese Ergebnisse sollte repliziert werden und mit höheren Infektionsraten wiederholt werden.
Was kannst du mit dieser Information anfangen?
Auf der Corona-Viruskarte der ZEIT kannst du die „aktiven Fälle“ für deinen Landkreis herausfinden. Sofern diese unter 12 pro 100.000 Einwohner liegt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion im Fitnessstudio recht gering.
Allerdings muss weiterhin auf Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln und vor allem eine gute Durchlüftung geachtet werden.
Wird von den einzelnen Bundesländern geregelt. Hier ist eine Übersicht der Termine: Klick. Den Fokus für sonstige Gesundheitsthemen bitte meiden!
Fitnessstudios werden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der letzten Einrichtungen sein, die ihre Tore wieder für die Massen öffnen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht fit halten könnte oder sollte. Ganz im Gegenteil!
Fit zu sein, kann bei einer Sars-CoV2 Infektion darüber entscheiden, ob ein kritischer Verlauf eher gut oder schlecht ausgeht!
Warum das so ist, erfährst du jetzt.
Regelmäßiges Training stärkt nicht nur Muskeln und Ausdauer, sondern auch die Leistungsfähigkeit deines Immunsystems.
Das führt zu:
Falls es soweit ist, kann ein “trainiertes” Immunsystem besser mit einer Krankheit umgehen.
Sehr hartes Training (über mehrere Stunden) kann zwar deine Immunfunktion für einige Stunden oder Tage reduzieren, bei moderatem Training gibt es diese kurzfristige Unterdrückung des Immunsystems aber nicht. Man vermutet sogar, dass die Wachsamkeit des Immunsystems durch Trainingseinheiten von 30-60 Minuten sofort erhöht wird.1Nieman DC, Wentz LM. The compelling link between physical activity and the body’s defense system. J Sport Health Sci. 2019;8(3):201–217. doi:10.1016/j.jshs.2018.09.009
Bei einer schweren Corona-Infektion werden Herz, Gefäße und Lunge in höchstem Maße belastet (bis zu 3-fache Umsatzsteigerung während der Krankheit!).
Wer schon vor einer Infektion mit diesen Organen am Limit ist, der kommt mit einer Infektion schnell in den dunkelroten Bereich. Das gilt für Corona aber auch bei der “normalen” Grippe.
Die meisten Menschen mit tödlichen Corona-Verläufen haben Probleme mit Bluthochdruck, Typ-2 Diabetes oder Lungenerkrankungen. Also Vorerkrankungen, bei denen Herz, Gefäße oder Lunge in irgendeiner Form geschwächt sind.
Gerade Bluthochdruck und Typ-2 Diabetes sind Krankheiten, bei denen man mit Sport und Ernährung extrem viel ausrichten könnte. Oft sind solche Erkrankungen damit sogar komplett vermeidbar oder rückgängig zu machen.
Die “Fitness” der Organe und die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt bei älteren Menschen typischerweise nach und nach ab. Daher steigt mit dem Alter auch die Sterblichkeit bei Covid-19 stark an.
Gegen das Alter kann man nichts machen. Aber der eigene Fitness-Zustand und die Funktion der entscheidenden Organe lassen sich bis ins hohe Alter trainieren.
Auch für alle anderen Altersklassen ist es kein Fehler, gut trainiert zu sein. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben oder Langzeitfolgen davon zu tragen, geringer ist, liegt sie nicht bei Null.
Daher gilt: Fitness, Organsysteme und Immunfunktion leistungsfähig halten und steigern, solange man gesund ist. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Infektion möglichst unbeschadet durchzustehen.
Vorbereitet sein ist hier das Stichwort. Wenn es soweit ist, ist keine Zeit mehr da.
Training stärkt das Herz und die Gefäße! Fördert die Belüftung der Lunge. Baut Muskeln auf und hält das Muskelgewebe fit.
Trotz aktueller sozialer Distanzierung kann man
Gut trainiert? Fitness erhalten oder sogar steigern
Alle Jungen und gut Trainierten sollten ihr Krafttraining auf zu Hause verlegen. Wir haben zwei Home-Trainingspläne entwickelt, die mit Kettlebells/Hanteln/Widerstandsbänder auskommen und alle Muskelgruppen ideal trainieren.
=> Für Männer: Xplode #HOME-Workout. Für Frauen: Fitladies #HOME-Workout.
Dazu noch ein wenig Ausdauertraining einbauen. Draußen wird es wärmer, es gibt keine Ausreden mehr. 2x pro Woche à 20 Minuten ist ein erster Start. Dann hocharbeiten auf 30-60 Minuten. Wer den Fokus stärker auf Ausdauer legen will, kann dann mehr Ausdauereinheiten machen.
Untrainiert oder schon etwas älter? Jetzt ist die Zeit, um mit regelmäßigem Training zu beginnen!
Ein Mix aus Ausdauertraining und Krafttraining ist ideal.
Ausdauertraining mit moderater Intensität. Schon 10 Minuten können für Untrainierte einen Effekt haben. Ein möglicher Start für Untrainierte ist der LAUF10!-Plan.
Für das erste Krafttraining zu Hause gibt es kleine Workouts: 7-Minuten Workout Uni Ulm. Angepasstes 7-Minuten-Workout für Senioren.
Falls dir diese Trainingsoptionen zu lasch sind, orientiere dich an den Empfehlungen für gut Trainierte oben.
Die positiven Effekte auf Immunsystem und Organgesundheit stellen sich durch regelmäßiges Training mit progressiver Steigerung mit dem richtigen Zusammenspiel aus Stress und Erholung ein.
Ein paar Regeln und Tipps:
Mehr fachliche Hintergründe in “Sport in Zeiten von Corona”, deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (Download).2Bloch W, Halle M, Steinacker JM. Sport in Zeiten von Corona. Dtsch Z Sportmed. 2020; 71: 83-842 Covid_19: Open letter from Italy to the international scientific community – Eine gute Erklärung (auf englisch), warum extrem Maßnahme wie der komplette Shutdown jetzt notwendig sind. Italien ist uns im Verlauf der Pandemie einige Tage voraus. Wenn wir nichts oder zu wenig unternähmen, würden wir in dieselbe Situation geraten. Wie lange überlebt der Corona-Virus?3Aerosol and surface stability of HCoV-19 (SARS-CoV-2) compared to SARS-CoV-1 https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.09.20033217v1.full.pdf Hinweis: Diese Zahlen sind wohl mit etwas Vorsicht zu genießen, da sie unter Laborbedingungen gemessen wurde. In der realen Welt hält sich das Virus vermutlich wesentlich kürzer. Die Dunkelziffer der aktuell Corona-Infizierten liegt sehr wahrscheinlich bei ca. 100.000 in Deutschland.414.3.: „Considering that these numbers reflect a past situation about 8 to 10 days ago (5 days average incubation period + lag time before lab confirmation and registration) and using a factor of 3 for the dark figure of unreported cases, it cannot be excluded that the real and present number of infected people exceeds 80 000. “ Quelle: https://www.kekule.com/blog/coronavirus-update/living-with-corona/ Man kann nun mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, in öffentlichen Innenbereichen COVID-19 Viren aufzusammeln. Solltest du trotzdem gehen, vermeide zu 100% die Berührung des Gesichts mit deinen Händen und komme anderen nicht zu nahe (Tröpfcheninfektion!). Danach und am besten auch zwischendurch immer die Hände inkl. Handgelenke mind. 20 Sek mit Seife gründlich waschen. Für 20-30-jährige ist die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu sterben recht gering. Vermutlich trifft es „nur“ 0,2%. Das sind jedoch immerhin 2 von 1000!! Für die 70 bis 80-jährigen sieht es aber ganz anders aus. Hier gibt es Todesraten von 8-15%! Vor allem, wenn diese Menschen noch mit Vorerkrankungen belastet sind. Alle Maßnahmen, die von offizieller Seite getätigt werden zielen darauf die Verbreitung zu verlangsamen. Damit das Gesundheitssystem nicht überfordert wird und noch mehr Menschen wegen unzureichender ärztlichen Versorgung sterben werden! #flattenthecurve ist daher das Motto. Gleichzeitig bietet die langsamere Verbreitung die Möglichkeit, dass noch ein wirksames Medikament gefunden und längerfristig eine Impfung möglich wird (wohin sind in diesen Zeiten eigentlich die Impfgegner verschwunden?). Auch die Seite https://www.flattenthecurve.com/ ist hervorragend (jedoch auf englisch). Ebenso sehr gut: Informationen des Robert Koch Instituts.+++ 17.03 +++ Weitere gute Links
https://corona-scanner.com/ – Schöne Aufbereitung der Corona-Zahlen weltweit und einzeln für jedes Land.
+++ Update 16.03: Einige interessante Links +++

In Italien werden Menschen mit Atemnot in den Krankhäusern abgewiesen und zum Sterben nach Hause geschickt. 
Einige Fitnessstudios haben schon geschlossen. Alle anderen werden mit Sicherheit innerhalb weniger Tage folgen! Man kann sich also schon mal auf mehrere Wochen ohne Studio einstellen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man auf das Training verzichten müsste: Alles zu Hause oder in der Natur (ohne Menschenansammlungen) geht wunderbar. Die Haut bildet außerdem Vitamin D bei Kontakt mit der Sonne.+++ Update 15.03.2020 +++
+++ Update 14.03.2020 +++
Nicht mehr ins Fitnessstudio gehen!
Damit natürlich auch im Fitnessstudio! Die Geräte, Hanteln und Umkleiden sind ein Paradies für Viren. Am besten ist es jetzt, das Fitnessstudio komplett zu meiden.Du bist jung und hast keine Angst? Gut für dich. Aber bring andere nicht in Gefahr!


Ich kann diesen Beitrag von Prof. Kekulé zur Lektüre empfehlen. Darin zeigt er die 5+1 Spielregeln der Pandemie auf:Weitere Tipps
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