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Refeeds sind Phasen in einer Diät, in welchen du ganz bewusst und kontrolliert viele Kohlenhydrate und kcal zu dir nimmst.
Im Gegensatz dazu stopfst du dich bei Cheatdays wahllos einfach nur mit vielen Lebensmitteln voll. Dies solltest du in einer Diät aber auf gar keinen Fall und niemals tun! So machst du deinen mühevoll erreichten Fettverlust eher zunichte als dass es dir nützt. Dazu später mehr.
Viel zu essen in einer Diät erscheint auf den ersten Blick kontraproduktiv. Refeeds verbessern aber deinen Diäterfolg langfristig.
Refeeds signalisieren deinem Körper: „Es ist genügend Nahrung vorhanden, du kannst dich entspannen„.
Du fühlst dich körperlich und mental besser, kannst dich von der anstrengenden Diät erholen, dein Stoffwechsel läuft wieder schneller und du hast wieder mehr Energie für dein Training.
In einer Diät musst du weniger Energie (=kcal) zu dir nehmen als du verbrauchst.
Dieser Energiemangel zwingt deinen Körper Energiereserven (möglichst Fett!) abzubauen. Gleichzeitig „spürt“ er aber auch das schwindende Körperfett und die fehlenden kcal & Makronährstoffe.
Eine Diät (=kcal-Defizit) führt zu speziellen Anpassungen des Körpers in zwei Bereichen:
Ziel dieser Anpassungen ist es, weniger Energie zu verbrauchen bzw. sparsamer mit der Energie umzugehen (höhere Energieeffizienz) und dich dazu zu bewegen mehr zu essen.
Dies sind völlig natürliche Anpassungen an ein kcal-Defizit, die nach der Diät auch wieder weitestgehend verschwinden.
In einer echten Hungersnot würde diese Reaktion deines Körpers deine Überlebenschance stark erhöhen.
Damit hast du während einer Diät zu kämpfen 1Ahima RS. Revisiting leptin’s role in obesity and weight loss. J Clin Invest. 2008 Jul;118(7):2380-3. doi: 10.1172/JCI36284. PubMed PMID: 18568083; PubMed Central PMCID: PMC2430504.
Ziemlich unangenehme Anpassungen, oder?
Dein Körper ist eine Überlebensmaschine. Er weiß nicht, dass du nur versuchst, deinen Körperfettanteil zu reduzieren, aber eigentlich genug zu essen im Supermarkt um die Ecke wartet. Stattdessen läuft in deinem Körper das archaische, evolutionär bedingte Notfallprogramm ab, das dir das Überleben bei einer Hungersnot sichern soll.
Diese unerfreulichen Veränderungen machen es auch so schwer, erfolgreich abzunehmen. Die Diät geht langsamer voran und die Motivation sinkt zunehmend, wenn du nichts dagegen unternimmst.
Manche Diäten erzeugen ein 300 kcal-Defizit andere ein 1500 kcal-Defizit. Manche Menschen schränken ihre Ernährung schon seit einem halben Jahr ein, andere erst seit einer Woche. Die einen trainieren 5-mal die Woche oder arbeiten körperlich, andere sitzen viel und trainieren 2-mal pro Woche – mehr für’s Gewissen als für den Körper. Manche haben einen KFA von 30-40% andere haben die Hälfte davon (Bestimme hier deinen KFA)!
Ausgangsbedingungen und Diäten können völlig unterschiedlich aussehen. Entsprechend reagiert auch der Körper auf eine Diät. Deshalb ist es wichtig zu differenzieren!
„Diätanpassungen“ sind umso stärker:
Auch deine Genetik redet ein großes Wörtchen mit. Manche Menschen reagieren stärker auf eine kcal-Reduktion, andere weniger. Leider wehrt sich der Körper derjenigen, die sehr leicht zunehmen, auch am stärksten gegen eine Abnahme.
Der Körper einer Frau wehrt sich meist schneller und massiver gegen Diäten als der Körper eines Mannes. Das war evolutionär gesehen sinnvoll, um das Überleben des Nachwuchses zu sichern. Heute bringt das Frauen aber oft an den Rand der Verzweiflung.
Die Veränderungen/Anpassungen an eine Diät sind aber auch wieder umkehr- bzw. reduzierbar. Das ist der Sinn und Zweck von Refeeds!
Wie kommt es aber überhaupt zu diesen „Diätanpassungen“?
Hauptursache für „Diätanpassungen“ sind hormonelle Veränderungen.
Hormone sind die heimlichen Könige in deinem Körper. Sie haben fast überall ihre Finger im Spiel. Sie teilen deinem Gehirn (v.a. dem Hypothalamus) mit, was woanders im Körper passiert. Sie steuern auch, was, wo und in welchem Umfang passieren soll.
Willst du etwas gegen deine negativen „Diätanpassungen“ tun, dann ist es entscheidend zu verstehen, wie deine Hormone funktionieren.
Leptin ist hauptsächlich für die Anpassungen deines Körpers verantwortlich. Vor allem für das, was oft unter „eingeschlafenem Stoffwechsel“ oder „Stoffwechsel auf Sparflamme“ verstanden wird. Aber auch viele andere Diätanpassungen werden indirekt über Leptin gesteuert.
Leptin wird von deinen Fettzellen produziert und informiert dein Gehirn zum einen, wieviel Fettmasse vorhanden ist.7Considine RV, Sinha MK, Heiman ML, Kriauciunas A, Stephens TW, Nyce MR, Ohannesian JP, Marco CC, McKee LJ, Bauer TL, et al. Serum immunoreactive-leptin concentrations in normal-weight and obese humans. N Engl J Med. 1996 Feb 1;334(5):292-5. PubMed PMID: 8532024. Je mehr Fett du hast, desto höher sind deine Leptin-Spiegel. Dein Körperfettanteil ist der beste Indikator für die Leptinspiegel.
In einer Diät sinkt der Leptinspiegel stark und zwar über das hinaus, was durch die Abnahme an Fettmasse zu erwarten ist. Leptin reagiert also auch auf die kurzfristige kcal-Zufuhr.8Chin-Chance C, Polonsky KS, Schoeller DA. Twenty-four-hour leptin levels respond to cumulative short-term energy imbalance and predict subsequent intake. J Clin Endocrinol Metab. 2000 Aug;85(8):2685-91. PubMed PMID: 10946866.

Nach 20 Wochen mit einer 1200kcal/1500 kcal Diät sinken bei übergewichtigen Frauen die Leptinspiegel um 29% (obwohl nur 10% Körpergewicht verloren wurden).9Wing RR, Sinha MK, Considine RV, Lang W, Caro JF. Relationship between weight loss maintenance and changes in serum leptin levels. Horm Metab Res. 1996 Dec;28(12):698-703. PubMed PMID: 9013745.
Bei fettleibigen Frauen sinken die Leptinspiegel nach einer 6-8 Wochen-Diät mit 800 kcal und bei einer 12 Wochen-Diät mit 1000 kcal um jeweils ~50% (ebenfalls bei jeweils 10% Gewichtsabnahme).10Considine RV, Sinha MK, Heiman ML, Kriauciunas A, Stephens TW, Nyce MR, Ohannesian JP, Marco CC, McKee LJ, Bauer TL, et al. Serum immunoreactive-leptin concentrations in normal-weight and obese humans. N Engl J Med. 1996 Feb 1;334(5):292-5. PubMed PMID: 8532024.11Wadden TA, Considine RV, Foster GD, Anderson DA, Sarwer DB, Caro JS. Short- and long-term changes in serum leptin dieting obese women: effects of caloric restriction and weight loss. J Clin Endocrinol Metab. 1998 Jan;83(1):214-8. PubMed PMID: 9435444.
Nach 1,5 Tagen bzw. 2,5 Tagen kompletten Fastens fällt Leptin um 35% bzw. 72% ab.12Kolaczynski JW, Considine RV, Ohannesian J, Marco C, Opentanova I, Nyce MR, Myint M, Caro JF. Responses of leptin to short-term fasting and refeeding in humans: a link with ketogenesis but not ketones themselves. Diabetes. 1996 Nov;45(11):1511-5. PubMed PMID: 8866554.13Boden G, Chen X, Mozzoli M, Ryan I. Effect of fasting on serum leptin in normal human subjects. J Clin Endocrinol Metab. 1996 Sep;81(9):3419-23. PubMed PMID: 8784108.
Leptin vermittelt auch Veränderungen bei Schilddrüsenhormonen, IGF-1, Testosteron, Östrogen, Kortisol und Wachstumshormonen14Chan JL, Mantzoros CS. Role of leptin in energy-deprivation states: normal human physiology and clinical implications for hypothalamic amenorrhoea and anorexia nervosa. Lancet. 2005 Jul 2-8;366(9479):74-85. Review. PubMed PMID: 15993236. Diese gesamten hormonellen Anpassungen führen am Ende zu den oben aufgezählten „Diätanpassungen“ (ausgenommen davon ist die Glykogenentleerung).
Hier siehst du, wie dein Fettgewebe mit deinem Gehirn (Hypothalamus) kommuniziert und zu welchem Ergebnis dies nach ein paar komplexen Interaktionen führt:

Aus Sicht des Abnehmens gilt:
Könnte man Leptin einfach von außen zuführen, wären praktisch alle Nebenwirkungen einer Diät mit einem Schlag behoben. Das ist jedoch bis heute nicht praktikabel umsetzbar (sehr teuer & kann nur gespritzt werden).
Ziel von Refeeds ist es, die Leptinspiegel wieder nach oben zu bekommen (oder einem weiteren Abfall entgegenzuwirken), sodass sich dein Körper so wenig wie möglich gegen eine Fettabnahme wehrt und deine Diät möglichst wenig anstrengend und erfolgreich verläuft.
Refeeds wirken den hormonellen Anpassungen einer Diät entgegen und füllen deine Glykogenspeicher wieder auf. Dafür sind viele Kohlenhydrate und kcal notwendig (Kohlenhydratreiche Lebensmittel Liste).
Isst du viele Kohlenhydrate, steigt sowohl dein Blutzucker- als auch dein Insulinspiegel. Deine Fettzellen produzieren wieder mehr Leptin und die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber füllen sich.
Dein Körper bemerkt: „Aha! Es ist genügend Energie vorhanden – keine Gefahr„.
Ob du in deiner Diät Refeeds brauchst, hängt ganz maßgeblich von 2 Faktoren ab:
Frage 1: Wie hoch ist dein Körperfettanteil (KFA)?
Je höher dein KFA, desto höher deine Leptinspiegel, desto weniger wehrt sich dein Körper gegen ein kcal-Defizit, desto länger kannst du Diät halten ohne „Diätanpassungen“.
Aus evolutionärer Perspektive ist ein kcal-Defizit bei starkem Übergewicht (=viel Fett) auch recht ungefährlich. Daher brauchst du mit hohem KFA seltener Refeeds.
Je niedriger dein KFA, desto häufiger brauchst du Refeeds.
Frage 2: Wie viel und hart trainierst du?
Ein zweiter wichtiger Faktor ist dein Training. Training verbraucht Glykogen (je länger und intensiver du trainierst, desto mehr) und erzeugt Trainingsstress, wovon sich dein Körper in einem kcal-Defizit langsamer erholt.
Je intensiver und hochvolumiger dein Training (Krafttraining, Sprints, Spielsportarten, Intervalle, viel Ausdauertraining) ist, desto häufiger brauchst du Refeeds.
Refeeds können von unterschiedlicher Dauer sein. Hier siehst du die Empfehlungen für 1-Tages-Refeeds.
1 Tages-Refeed bedeutet, dass du die geplanten kcal und Kohlenhydrate innerhalb eines Tages (in der Wachzeit) zu dir nimmst.
Du kannst die Tage auch aneinanderreihen (falls du mehrere Refeed-Tage pro Woche hast), was zu 2 Tages- oder 3 Tages-Refeeds in der Woche führt. Lies dazu unten „Sind längere Refeeds am Stück nicht besser?“
| KFA Männer | KFA Frauen | Wenig Training ( ≤ 2x pro Woche) | Viel Training ( ≥ 3x pro Woche) |
| ≤ 15% | ≤ 25% | 1-2x pro Woche | 2-3x pro Woche |
| 16-20% | 26-30% | 0-1x pro Woche | 1-2x pro Woche |
| >20% | >30% | nicht nötig | 0-1x pro Woche |
Wie du siehst, gibt es bei den Angaben immer etwas Spielraum. Hintergrund ist, dass sehr viele individuelle Variablen mit hineinspielen.
Nimm die Empfehlungen deshalb als grobe Richtlinie und nicht als unumstößliches Gesetz! Entscheidungshilfe gibt es in folgender Tabelle:
| Eher mehr Refeeds | Eher weniger Refeeds | |
| Großes kcal-Defizit | O | |
| Lange Diät, ohne Pausen | ||
| Schlechte Stimmung, Müdigkeit bei Diäten | O | |
| Viel sonstigen Stress (beruflich, privat) in deinem Leben? | O | |
| Starke „Diätnebenwirkungen“ (frieren, müde, antriebslos)? | O | |
| < 50 g Kohlenhydrate in der Diät | O | |
| Schlechte Genetik? | O | |
| Jung, „unkaputtbar“, vor Kraft strotzend | O | |
| Extrem hohe Motivation | O |
Leptin benötigt Zeit, bevor es wieder ansteigt. Nach einer einzigen kohlenhydratreichen Mahlzeit bspw. verändert sich hormonell wenig. Sind deine Leptinspiegel völlig im Keller (wochenlanges „Hardcore-Diäten“) benötigst du sicherlich 3-Tage oder eine richtige Diätpause (2 Wochen oder länger), um die Leptinspiegel wieder zu normalisieren.
Eine Diät gleich mit regelmäßigen Refeeds beginnen!
Startest du eine Diät gleich mit Refeeds, helfen sie, die Diätanpassungen erst gar nicht so stark werden zu lassen. 1-Tages-Refeed ist die kleinste Einheit, bei welcher ein Effekt auf deine hormonelle Lage zu erwarten ist. Bei mehrtägigen Refeeds ist die hormonelle Entspannung natürlich ausgeprägter – ABER deine Diät ist dadurch auch immer unterbrochen. Mentale Effekte und eine Wiederbefüllung der Glykogenspeicher hast du auch bei kürzeren Refeeds.
Besser kurz und häufig oder eher längere und seltenere Refeeds?
Ob kürzere aber dafür häufigere Refeeds sinnvoller sind, oder lieber längere aber dafür seltenere Refeeds – kann aktuell nicht abschließend beurteilt werden. Dazu ist die Studienlage nicht klar genug.
Vielleicht ist – wie so oft – die Gesamtzufuhr der kcal und Makronährstoffe (hier v.a. Kohlenhydrate) bei den Refeeds über die Woche gesehen entscheidender als die genaue Länge und Anzahl der Refeedtage. In diesem Fall würde der „Adherence“-Gedanke wieder in den Fokus rücken: „Mach es so, wie du am besten damit klarkommst.“
In der unserer BURN-Diät stellen wir 5 unterschiedliche Möglichkeiten vor, wie du die Refeeds optimal gestalten kannst. Neben deinem Training wird dabei vor allem auch der Körperfettanteil beachtet.
Ein guter Refeed besteht allgemein aus
Viele Kohlenhydrate sind das Wichtigste bei einem Refeed!
Warum?
Gute konzipierte und intelligente Diäten arbeiten mit sauber strukturierten kohlenhydratreichen und fettarmen Refeeds. So sind auch hohe Defizite zum schnellen Abnehmen möglich.
Beispiele aus der Praxis:
Bei der BURN-Diät von FE besteht ein Refeed aus Erhaltungskalorien und vielen Kohlenhydraten (4-6 g/kg Körpergewicht). Je nachdem welches Template du wählst hast du im Schnitt 1,5 bis 4 Refeed-Tage pro Woche.
Bei der High Speed Diät (HSD) von FE gibt es 2x pro Woche einen „MiniRefeed“ und 1x pro Woche einen „BigRefeed“. Je nach Körperfettanteil mehr oder weniger Kohlenhydrate. Als 80 kg schwerer Mensch bekommst du in der HSD Variante 2 pro Woche zwei „MiniRefeeds“ mit jeweils 80 g Kohlenhydraten und einen „BigRefeed“ mit 320 g Kohlenhydraten. So kommt dir auch eine Diät mit hohem Defizit gar nicht so hart vor.
Bei der „anabolen Diät“ von DiPascale gibt es ein 5/2 bzw. 6/1 Schema. An 5 oder 6 Tagen pro Woche ernährt man sich mit wenig Kohlenhydraten, gefolgt von 1- oder 2-Tages Refeeds mit vielen Kohlenhydraten.
Viele fahren gut damit, an einem Refeed-Tag einfach viele kohlenhydratreiche Lebensmittel zu essen und dabei das Fett etwas im Auge zu behalten. Genaues Zählen und „Tracken“ ist nicht immer notwendig.
Falls du es jedoch ganz genau machen willst und keinen Raum für Zufälle hast, hier Empfehlungen für 1-Tages Refeeds:
Nudeln, Brot, Kartoffeln, Haferflocken und Reis sind für Refeeds hervorragend geeignet. Suche dir allgemein kohlenhydratreiche und gleichzeitig relativ fettarme Lebensmittel aus. Ideen gibt’s hier: Kohlenhydratreiche Lebensmittel Liste

Gerade bei einem Refeed kannst du ganz bewusst auch auf „einfache“ Kohlenhydratquellen mit hohem glykämischen Index (GI) setzen. Ein starker Blutzuckeranstieg mit entsprechender Insulinreaktion ist ja durchaus erwünscht.
Bei komplexen Kohlenhydratquellen, die auch oft viele Ballaststoffe enthalten, bekommst du bei einem Refeed – aufgrund der großen Mengen – oft Verdauungsbeschwerden und fühlst dich übervoll. Also Vorsicht damit.
Verheddere dich aber nicht in Details! Am Ende zählt die Gesamt-Kohlenhydratmenge und dass du damit klarkommst.
Gleichmäßig über den Tag verteilt essen – Iss deine Kohlenhydrate, dein Protein und Fett gleichmäßig über die ganze Refeed-Dauer. Bei 24h Tages oder mehrtägigen Refeeds, isst du deine Kohlenhydrate einfach während der Wachzeiten. Bitte nicht den Wecker stellen und alle 2-3 h nachts aufstehen. (Alles schon gesehen!).
Vergiss nicht die Basis deiner Diät! Mageres Protein und Gemüse sind auch an Refeedtagen kein Fehler. Fettarme Kohlenhydratquellen wie Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln sollten hier dann „on top“ kommen. (So wird das beispielsweise bei der High Speed Diät gemacht: Du isst gleich wie am Diättag und die Kohlenhydrate kommen einfach dazu).
Falls du eine Low Carb/ketogene-Diät mit hoher Fettzufuhr machst, solltest du das Fett am Refeedtag natürlich drosseln.
„Junkfood, Fastfood, Süßigkeiten – auch gut für den Refeed?“
Ja, das ist auch ok. Es kommt bei einem Refeed primär auf die Makros nach 24h an. Übertreibe es damit aber nicht (siehe folgender Punkt bzgl. Zucker/Fruktose).
Für einen starken Refeed-Effekt isst du sowieso lieber Nudeln, Brötchen, Kartoffeln und Reis – anstatt fettreiche Süßigkeiten oder Fastfood. Fastfood bringt dir aus Sicht des Leptins nichts, außer viele kcal.
„Ist Zucker/Fruktose ein Problem im Refeed?“
Kleine Mengen an Fruktose oder Haushaltszucker (50:50 % Glukose:Fruktose) können für den Refeed sogar förderlich sein. Es wird von der Leber aufgenommen und eine mit Glykogen gefüllte Leber ist ein anti-kataboles Signal an sich.
Mehr als 50 g Fruktose (=100 g Haushaltszucker) solltest du aber eher vermeiden. Denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fruktose in Fett umgewandelt wird. Deine Muskeln können Fruktose nicht zur Glykogenwiederbefüllung verwenden!
Pass auf, da in vielen zuckerhaltigen Lebensmitteln gleichzeitig auch viel Fett enthalten ist. Letzteres bringt dir für die Effekte des Refeeds (auf Leptin) nicht viel.
„Auch viele Kohlenhydrate beim Refeed bei einer High-Carb Diät?“ Ja, auch dann. Die hormonellen Veränderungen geschehen durch eine anhaltende kcal-Einschränkung und abnehmende Fettmasse.
Refeed nach dem Training oder an Pausentagen?
Nach dem Training sind deine Muskeln besonders aufnahmefähig für Kohlenhydrate und Aminosäuren. Wenn du deinen Refeed nach dem Training einbaust, werden die Nährstoffe vermehrt von deiner Muskulatur aufgenommen. (Partitionierungseffekte). Das kann von Vorteil sein, wenn du keine kurzfristige Fettzunahme riskieren willst. Allerdings solltest du weniger auf die kurzfristigen und eher auf die langfristigen Effekte achten!
Die hormonelle Entspannung ist größer, wenn du während des Refeeds keinen Trainingsstress erzeugst. Du hast höhere Glukose- und Insulinspiegel, dein Leberglykogen wird mehr aufgefüllt. Du hast damit vermutlich einen stärkeren Leptin-Effekt. Das könnte für’s erfolgreiche Abnehmen wichtiger sein als akute Partitionsierungseffekte. Deshalb führt man beim „Proteinfasting“ der BURN-Diät die Refeeds an Pausentagen durch. „Rest & Recover“ ist das Prinzip dabei.
Um sicher zu gehen, dass du nichts Falsches mitnimmst.
Refeeds bedeutet nicht:
Ziel eine Refeeds: Viele Kohlenhydrate essen.
Nicht das Ziel von Refeeds: Alles in sich hineinstopfen.
„Cheaten“ impliziert etwas Unerlaubtes zu tun. Oft entsteht dadurch regelrecht die Aufforderung etwas Verbotenes – wider jeder Vernunft – zu tun.
Zudem suggeriert es, dass es „böse“ und „gute“ Lebensmittel gibt. Eine irreführende Dogmatisierung, die leicht zu einem problematischen Essverhalten führen kann und langfristig zum Scheitern verurteilt ist. Deshalb sind „Cheatdays“ hochproblematisch.

Die „Erlaubnis“, nach Anweisung jede Hemmung fallen zu lassen, eignet sich hervorragend um Fitnessprogramme für die Masse zu vermarkten. „Schnell schlank, aber ohne Verzicht…!“ Sind die Wünsche groß und/oder gibt es viel Geld zu verdienen, stirbt die Wahrheit zuerst.
Die regelmäßige Eskalation darf dann sogar mit Erlaubnis öffentlich zelebriert werden. Einem schlechten Gewissen wird damit vorgebeugt, dass erzählt wird, dass die Eskalation sogar wichtig für die Diät sei. Schon hat man die eierlegende Wollmilchsau.
So kommen regelmäßig ganz leicht 4000-6000 kcal (oder noch mehr) zusammen. Das mühsam erreichte Defizit von 3500 kcal in der Woche davor ist dabei mit einem Schlag „aufgefressen“. Damit machst du dir deinen kompletten Diäterfolg zunichte.
Schwarz/Weiß-Denken – typische Probleme des unwissenden „Refeeders“:
Ist die absolute Einschränkung aufgehoben, muss man ins andere Extrem fallen (=“All you can eat“). Richtig? Das ist ein typischer Fehler von zu einfachem/binären Denken und Unwissenheit. Dieses Denken findet man häufig bei essgestörtem Verhalten. Ein Pendeln zwischen den Extremen, was nicht selten durch sehr bekannte Namen in der Fitnessindustrie gefördert wird und in einen Teufelskreis führen kann.
Die Welt besteht aus wesentlich mehr als der Dichotomie von absoluter Einschränkung und hemmungslosem Überfressen. Zwischen Schwarz und Weiß liegen jede Menge Grautöne. Du erreichst deine Ziele besser, wenn du fähig bist, damit umzugehen.
Um den Unterschied noch einmal deutlich zu machen, hier eine Übersicht:
| Refeeds | Cheatdays | |
| Was ist das? | Kontrollierte Menge an kcal (ca. Erhaltungskalorien) und Kohlenhydraten | Wahllos essen, was möglich ist, v.a. Junkfood |
| Wirkung | ● Keine Fettzunahme. ● Bekämpfung der Diätanpassungen durch Erhöhung der Leptinspiegel. ● Wiederbefüllung der Glykogenspeicher. ● Besser Abnehmen im Anschluss. ● Psychische Entspannung. |
● Fettzunahme wahrscheinlich durch exzessive kcal-Zufuhr. ● Ineffiziente Wirkung auf die Leptinspiegel. ● Ineffiziente Bekämpfung der Diätanpassungen. ● Erschwert das Abnehmen. ● Pendeln zwischen den Extremen stresst psychisch und kann zu gestörtem Essverhalten führen. |
Der Vollständigkeit halber sollen noch zwei weitere Formen des Refeeds hier kurz angerissen werden.
Bei einer freien Mahlzeit kannst du essen, worauf du gerade Lust hast. ABER nur eine normale Portionsgröße (=was eine Person deines Gewichts, die keine Diät durchführt, normalerweise essen würde.)
Die Wirkung einer freien Mahlzeit ist vor allem psychologischer Natur. Einfach mal nicht nachdenken, planen und alles genau verfolgen, kann in einer Diät sehr entspannend sein. Du bekommst ein Gefühl von Freiheit.
Hormonell ändert sich in der kurzen Zeit kaum etwas. Etwas Glykogen für deine Muskeln bekommst du aber trotzdem ab, sofern Kohlenhydrate in deiner freien Mahlzeit enthalten sind.
Nach einer langen und anstrengenden Diät benötigt dein Körper eine Zeit der Erholung, um sich hormonell wieder völlig zu regenerieren. Das ist nicht mit 1-2 Tages-Refeeds getan. Je tiefer du deinen KFA gesenkt hast, desto eher und länger ist eine Diätpause notwendig.
2 Wochen sind dabei das Mindeste. Nimm dabei Erhaltungs-kcal zu dir und mindestens 3 g Kohlenhydrate / kg Körpergewicht. Auch dein Training solltest du in dieser Zeit auf Erhaltung ausrichten.
Refeeds sind normalerweise eine sehr unproblematische Angelegenheit. Typische Probleme oder Unsicherheiten kannst du mit etwas Wissen oder kleinen Änderungen in den Griff bekommen.
Stellst du dich am Tag nach dem Refeed auf die Waage, wird diese oft 1-3 kg mehr anzeigen.
Warum ist das so?
So erklären sich schnell mal 1-3 kg Gewichtszunahme bei einem Refeed (ohne dass du Fett zugenommen hättest!).
Wenn du dich an einen korrekten Refeed – im Gegensatz zu einem Cheatday gehalten hast -, ist es hauptsächlich Wassergewicht und kein Fett. Keine Panik! Das verschwindet in ein paar Tagen wieder von alleine. Mach dich nicht verrückt, auch wenn es dir nicht leichtfällt. Das gehört dazu, sofern du erfolgreich Refeeds einsetzen willst.
Sofern du Erhaltungs-kcal zu dir nimmst, kannst du gar kein Fett zunehmen! Energie kann nicht aus dem Nichts entstehen. Die Kalorienbilanz gilt weiterhin! Und 7000 kcal entspricht ca. 1 kg Fett.
Tipp: 3-4 Tage nicht auf die Waage! Schlägt es sehr auf deine Stimmung, wenn die Zahl auf der Waage eine Sprung nach oben macht? Dann stell dich 3-4 Tage nach einem Refeed NICHT auf die Waage. Oft siehst du danach sogar neue Tiefstände des Gewichts.
Manche Menschen fühlen sich während eines Refeeds eher nicht gerade blendend. Häufig ist das ein Zeichen für eine ausgeprägte Insulinresistenz. Gerade wenn du noch einen höheren KFA hast, kann das eher mal vorkommen. Du leidest dann eher an einer überschießenden Insulinreaktion mit nachfolgendem Blutzuckerabfall.
Versuche den Kohlenhydratanteil deines Refeeds zu reduzieren. Diese KH ersetzt du durch Fett. Nimm in jeder Mahlzeit etwas Fett und Protein zu dir (das reduziert die Aufnahmegeschwindigkeit). Iss mehr komplexe Kohlenhydrate und mehr Ballaststoffe.
Tipps gegen Unwohlgefühl bei Refeeds:
Kommst du gar nicht mit Refeeds klar, kann es besser sein, sie in deiner aktuellen Situation einfach wegzulassen. Vielleicht sind sie aktuell einfach nicht notwendig für deinen Körper. Später kann sich das wieder ändern. Mit niedrigerem KFA und mehr Sport steigt deine Insulinsensitivität.
Refeeds zeigen deinem Körper, dass keine Hungersnot besteht und er die hormonellen Veränderungen in Folge einer Diät zurückfahren kann. Du kannst damit den körperlichen und psychischen Diätanpassungen entgegenwirken.
Refeeds füllen deine Glykogenspeicher wieder auf und sorgen dafür, dass du deine Performance im Training eher aufrechterhalten kannst.
Praktische Umsetzung: Wie sollst du das denn jetzt genau machen?
In der Praxis empfiehlt es sich, intelligente Diäten durchzuführen, bei welchen sich erfahrene Coaches/Wissenschaftler/Athleten speziell Gedanken darüber gemacht haben, wie die Refeeds ins Gesamtkonzept einzubauen sind.
Zusätzlich wird oft auch noch mit „freien Mahlzeiten“ und längeren „Diätpausen“ gearbeitet, was die Sache noch komplizierter macht. Leider gibt es sehr viele Variablen, die die optimale Anwendung für Refeeds beeinflussen.
Eine Diät mit intelligenten Refeeds ist eher eine Kunst als eine exakte Wissenschaft.
Mach also einfach intelligente Diäten, in welchen Refeeds perfekt auf Körperfettanteil, kcal-Defizit, Diätdauer, Trainingsumfang-/intensität, Kohlenhydratanteil etc. abgestimmt sind.
FE Diäten, wie die High Speed Diät und die Burn-Diät geben dir deine Refeeds exakt vor. Weitere Diäten findest du im Abnehmen-Guide.
Du wirst das Rad selbst nicht neu erfinden. Und die Meisten übersehen wichtige Details, während sie in bester Absicht an der perfekten Diät feilen (gleiches gilt übrigens für den perfekten Trainingsplan). Durch diesen Artikel kannst du nun aber hoffentlich nachvollziehen, wie und warum Refeeds gemacht werden und warum sie dir in einer Diät helfen.
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