Muss ich „sauber“ oder „clean“ essen, um Fett abzunehmen?

Johannes Steinhart, M.Sc.
Aktualisiert: 19. September 2021
Johannes Steinhart·Biomedizin (M.Sc.) & Trainer (DFLV)

Nein, es ist nicht nötig „sauber“ oder „clean“ zu essen, um Fett abzunehmen.

Du nimmst damit nicht mehr oder besser ab, als mit „dreckigen“ Lebensmitteln.

Warum ist das so?

Die entscheidende Variable ist und bleibt das Kaloriendefizit. Mit welcher Art von Lebensmitteln du dieses erreichst ist nicht entscheidend für die Fettabnahme.

Deshalb kannst du auch wunderbar mit Konzepten wie If it fits your macros (IIFYM) abnehmen. Ein Stück Schokolade oder Kuchen behindern deinen Erfolg nicht, solange die Kalorienbilanz passt. 

Viele können mit einem flexiblen Ansatz ohne kategorische Verbote eine Diät viel länger durchziehen, weil man auch immer wieder aufkommende Gelüste befriedigen kann.

Aber hat „Clean Eating“ denn gar keine Vorteile?

Sofern, du unter „Clean Eating“ vor allem unverarbeitete Lebensmittel verstehst, kann es durchaus Sinn machen, viele dieser Lebensmittel in eine Diät zu integrieren.

Denn unverarbeiteten Lebensmitteln haben oft:

  • mehr Ballaststoffe,
  • mehr Vitamine, Mineralien und Spurenelemente
  • weniger Zucker & Fett und
  • eine geringere Energiedichte.

Es ist daher durchaus ratsam, beim Abnehmen einen Großteil der Ernährung aus unverarbeiteten Lebensmitteln abzudecken. 

Es ist auch “schwerer” sich mit diesen Lebensmitteln zu “überessen”. Aber nicht unmöglich!

Wenn du von diesen Lebensmitteln zu viel isst, nimmst du genau so zu.

Nachteile von Clean Eating

Viele „Clean Eater“, laufen Gefahr in ein einfaches Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen.

Ihre Welt besteht dann aus guten und bösen Lebensmitteln.

Manche Gurus propagieren solche einfachen Weltbilder. Wobei – je nach Diättrend – völlig verschiedene Lebensmittel gut oder schlecht sein können (ein dezenter Hinweis, dass hier etwas nicht stimmen kann).

Mit der Zeit entwickelt sich mit solchen Ansätzen oft eine rigide Haltung gegenüber der Ernährung. Man verliert die Flexibilität und bekommt unbegründete Ängste vor bestimmten Lebensmitteln.

Wenn dies dann zu regelmäßigen Essanfällen führt, sollten die strikten Ernährungsregeln überdacht werden. Oft manövriert man sich damit in eine Sackgasse oder erreicht eigentlich gar nicht das ursprünglich angestrebte Ziel.

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